Beeplog.de - Kostenlose Blogs Hier kostenloses Blog erstellen    Nächstes Blog   


    Unser Leben im wunderbaren Norden
 

Donnerstag, 29. September 2016

Kurzurlaub in Finnland – wenn alles schief läuft
Von filainu, 20:42

Nun sind wir schon eine Weile wieder da von unserem Kurztrip nach Finnland und es wird Zeit fuer einen Bericht.

Zunächst möchte euch von unseren Plänen erzählen. Donnerstag wollten wir los, mit der Fähre von Umeå nach Vaasa, dann in Vaasa im Hotel uebernachten. Am Freitag dann in Vaasa ins Tropiclandia, ein Spassbad und am Nachmittag weiter ins 400km entfernte Vuokatti. Dort uebernachten, Samstag in den Angry Birds Activity Park, ein Indoorspielepark mit dem Thema Angry Birds, dann nochmal ne Nacht in Vuokatti und Sonntag dann langsam wieder zurueck, mit Stop wo wir was interessantes finden.

Ja, soweit die Planung.

Und jetzt zum Bericht:

Am Donnerstag 13 Uhr holten wir die Kinder aus der Schule ab und machten uns auf den Weg nach Umeå wo 18 Uhr die Fähre nach Vaasa ablegen sollte.

Die Fahrt verlief problemlos, wir hatten sogar noch Zeit, unterwegs einen Stop bei Lidl in Skellefteå einzulegen und uns mit Urlaubsverpflegung zu bevorraten.

An der Fähre angekommen stellten wir uns in die Schlange und sahen zunächst zu, wie die LKW verladen wurden. Spannend, da viele von ihnen rueckwärts auf die Fähre muessen. Die LKWfahrer leisten da wirklich eine Superarbeit, teilweise sogar mit Anhänger. Aber......das Ganze dauert seine Zeit. Und als also die Abfahrtszeit ran war, waren immernoch die LKW am laden und die PKW waren noch nicht ansatzweise auf dem Weg zum Schiff. Auf der anderen Seite, solange das Schiff zumindest noch da war, war ich zumindest nicht panisch. Und irgendwann war es dann doch geschafft und die LKW waren verladen und wir durften auch an Bord.




Wir waren kaum in der Kabine, legten wir auch schon ab. Wir hatten dieses Mal „nur“eine Tageskabine, die hat halt keine bezogenen Betten mit Decke und so sondern nur Betten und offiziell auch weder Dusche noch Toalette, beides war aber trotzdem vorhanden.

Das Schiff war proppenvoll mit finnischen Jugendlichen die irgendeinen Schulausflug oder Abschluss feierten und wir ahnten schon das Schlimmste aber ich muss sagen es hielt sich in Grenzen, man hat sie kaum bemerkt.

Nachdem wir das Schiff erkundet hatten, gingen die Kinder ins Spielezimmer und wir in die Bar. Dort wurde Musik gespielt und ich hatte mein Stickzeug dabei. Dann kamen auch die Kinder zu uns und spielten Uno, welches man sich dort neben einigen anderen Gesellschaftsspielen ausleihen konnte, naja, ausleihen-eher nehmen und wieder zuruecklegen wenn man fertig ist. Hin und wieder ging ich raus auf Deck um die Fortschritte des Sonnenuntergangs fotografisch festzuhalten.






Nach einer Weile hatten wir keine Lust mehr und machten uns auf den Weg zur Kabine. Unterwegs trafen wir auf Deutsche mit zwei Kindern, die wir dann neugierig wie man nunmal ist, nach ihren Reiseplänen fragten. Es stellte sich heraus das sie aus Dresden waren und eigentlich rund um die Ostsee fahren wollten, aufgrund Zeitmangels aber eben jetzt hier abkuerzten und dann auch von Helsinki nach Tallin mit dem Boot fahren wollten da man wohl fuer Russland nur beschwerlich ein Visum bekommt. Und sie wollten eventuell nach Schweden ziehen, naja ihr könnt euch vorstellen, das Gespräch dauerte etwas.

Irgendwann kamen wir dann noch noch in die Kabine wo wir die restliche Ueberfahrt zubrachten.

Die verspätete Abfahrt hatten wir bei Ankunft in Vaasa wieder reingeholt. Wobei uns das ziemlich egal war, auf uns wartete niemand, ich hatte ein Hotel ohne Rezeption gebucht. Man bekommt also nur einen Tuercode und seine Zimmernummer und wenn man Glueck hat funktioniert der Code, hat man Pech, hat man ein mittelschweres Problem, vor allem um diese nächtliche Zeit, es war nämlich schon 23.30 Uhr.

Unser nächstes Problem fing aber schon vor Ankunft im Hotel an. Unser Navi wollte einfach nicht verstehen das wir uebers Wasser gefahren sind und navigierte immernoch in Schweden rum während wir durch die rabenschwarze Nacht fuhren, immer der Nase nach ohne Plan wohin und einfach hofften, das das Navi uns irgendwann mal hilft. Tja ich sag ja immer, Technik ist toll, solange sie funktioniert. Als das Navi dann endlich im richtigen Land und er richtigen Stadt war mussten wir nur noch zweimal um die Ecke rum und schon waren wir beim Hotel. Das Hotel hatte keine eigenen Parkplätze, das wusste ich aber, dafuer war es wirklich preiswert im Vergleich zu allen anderen Hotels. Wir parkten also in der Parkgarage am Bahnhof, bezahlten 11 Euro fuer die Nacht parken und gingen zum Omena Hotel.

Das Codesystem funktioniert erstaunlicherweise recht gut, an der ersten Tuer wussten wir zwar erstmal noch nicht so richtig wie und wo aber bei den folgenden 3 Tueren hatten wir dann den Dreh raus und standen in irgendwann in unserem Zimmer.

Nunja, was soll ich sagen, ist halt billig. Zu meinem Unmut waren die zwei Extrabetten noch nichtmal aufgestellt und auch nicht bezogen sondern man musste sie selbst aufstellen indem man einen Wuerfel auseinanderfaltet und da wird ein Bett draus. Alles ganz lustig aber eigentlich waren wir nur muede und wollten ins Bett. Gut, als wir die Betten aufgestellt hatten wussten wir auch warum man dies nicht vorher getan hatte, es gibt dafuer eigentlich keinen Platz. Wir mussten die Stuehle vor die Eingangstuer stellen, der Tisch klemmte zwischen unserem und den Extrabetten und grossartig bewegen konnte man sich im Zimmer nicht mehr. Aber egal, unser Bett war super bequem, den Riesen Fernsehr schalteten wir gar nicht erst an.

Und darueber das man auf den Möbeln in all dem Staub Nachrichten schreiben konnte und in der Dusche noch die Haare vom Vorbewohner rumlagen samt das sich in den Ecken der Dreck tuermte, sahen wir einfach mal hinweg, war ja nur fuer eine Nacht. Dafuer war das Zimmer aber im uebrigen gut ausgestattet, es gab einen Fön, eine Mikrowelle, sogar einen kleinen Kuehlschrank. Wöllte man länger dort Urlaub machen ist dies aber auch nötig denn wo kein Personal da auch kein Fruehstueck geschweigedenn irgendeine andere Mahlzeit.

Geschlafen haben wir dann aber wirklich gut, auf die Dusche am Morgen verzichteten wir angesichts des Reinigungszustandes. Wir wollten ja eh gleich weiter in das Erlebnisbad.

Da wir recht zeitig munter waren, schaute ich noch schnell, wann das Bad aufmacht und da entdecke ich doch auf der Seite mit den Öffnungszeiten einen Hinweis das das Bad gerade wegen Renovierung geschlossen hat. Ich dachte mich tritt ein Pferd, ich hatte doch alles zig mal kontrolliert, andere Reiseziele eben genau deswegen ausgeschlossen. Aber hier stand es eben nur auf der Unterseite mit den Öffnungszeiten, weder auf der Hauptseite noch bei den aktuellen Mitteilungen. Na super, das geht ja gut los. Ok, man macht das Beste draus, wir beschlossen, gleich nach Vuokatti zu fahren und vielleicht schon an diesem Tag mal in den Angry Birds Park zu gehen. Schnell noch schauen wie lange dieser Abends aufhat....und mir wurde erstmal schlecht. Ganz kleingedruckt ganz unten auf irgendeiner Unterseite stand das auch dieser wegen Unterhaltsarbeiten geschlossen hat. Das durfte doch alles nicht war sein. Unsere Hauptattraktionen, wegen denen wir da waren hatten beide zu. Extra wegen dem Spieleland wollten wir ja noch die 400km, fast bis an die russische Grenze fahren. Sonst hätte man ja auch ganz woanders Urlaub machen können.

Tja, wenn alles schief läuft.....muss man das Beste draus machen. Wir beschlossen also, die Fahrt nach Vuokatti in einen kleinen Roadtrip zu verwandeln, in aller Ruhe zu fahren und hier und da wo es etwas zu entdecken gibt anhalten.

Da hatten wir aber unsere Rechnung ohne die Finnen gemacht. Entlang der finnischen Strassen gibt es ueberhaupt nix zu sehen. Selbst die Städte tangiert man nur am Rande, sieht ein paar Häuser und schon ist man vorbei an der Stadt. Die Hinweisschilder kann man nicht einmal deuten, dank der Sprache.....es gibt ja nichtmal Parkplätze geschweigedenn mal Toiletten. Eine Einzige fanden wir auf der ganzen Fahrt.

Und ehe wir uns versahen waren wir ereignislos (mal vom Einkauf im finnischen Supermarkt abgesehen), in Vuokatti angekommen. Und es war gerade mal um 3. Ich hatte unsere Ankunft fuer zwischen 19 und 20 Uhr angekuendigt da wir ja in das Bad wollten. Wir versuchten es trotzdem an der Rezeption und zum Glueck war jemand da so das wir wenigstens ins Haus konnten. Unterwegs hatte ich dem Internet sei dank (wie hat man sich denn in solchen Situationen eigentlich geschlagen als man noch kein Smartphone mit Internet hatte) zumindest rausgefunden das es wohl in Vuokatti zumindest auch eine Art Abendteuerbad geben sollte. Als ich an der Rezeption danach fragte, hatte ich ehe ich es mich versah, schon die Eintrittskarten in der Hand. Ok, nun wussten wir zumindest was wir am nächsten Tag machen wuerden.

Die Ferienwohnung war dagegen mal wirklich ein voller Erfolg. Es gab ueberhaupt nichts auszusetzen, sauber, gemuetlich, super ausgestattet, sogar mit Trockenschrank und Waschmaschine ja selbst genug Schränke fuer die Klamotten. Fussbodenheizung ueberall ausser im Obergeschoss. Ja, hier liess es sich angenehm Urlaub machen.

Nachdem wir dann noch den Platz erkundet hatten



der uebrigens auch noch direkt an einem See liegt




, machten wir die Sauna an und liessen den Abend dann mit Saunieren und relaxen ausklingen.

Hier ein Foto vom Haus welches 4 Wohnungen beinhaltet:




Am nächsten Tag stand dann erstmal das Baden an. Wir sind die paar Kilometer zu dem Bad gefahren und waren doch recht positiv ueberrascht. Hier liess es sich aushalten. Der Einzige Nachteil: es gibt da gar nix zu essen, nichtmal eine Kleinigkeit und 14 Uhr knurrte uns dann so der Magen das wir den Rueckweg antraten. Wir fuhren nach Sotkamo und gingen zu einem Chinarestaurant. Das Essen war aber leider etwas, ja was soll ich sagen, unterirdisch, und ich hatte mich mal wieder auf richtiges Chinaessen gefreut. Naja, aber man wurde zumindest satt. Danach erkundeten wir noch Sotkamo, verfuhren uns und befanden uns plötzlich mitten auf einem Friedhof. Aber wenn man schonmal da war besuchten wir die Abteilung Soldatenfriedhof, wo den Finnen gedacht wird, die im Winterkrieg gefallen sind. Und dank Svens super Geschichtswissen habe ich mir mal wieder was dazugelernt, wie das so war mit den Finnen und den Russen und den Deutschen.

Dann sind wir wieder zurueck zu unserem Domizil und genossen die Ruhe. Am Abend gingen wir noch ein Stueck spazieren und erlebten einen unglaublich tollen Sonnenuntergang.

Ja und damit war auch schon Sonntag. Nun sollte es zurueck gehen, wieder als Roadtrip wobei ich da mittlerweile Zweifel dran hatte das dies was wird. Wurde es auch nicht, die Strecke war genauso trostlos aber immerhin gab es, nachdem wir Oulu erreicht hatten, hier und da mal einen Parkplatz und manchmal sogar mit stillem Örtchen. Ausser natuerlich dort wo wir Mittagessen machen wollten, da gab es nicht weiter als die Einbuchtungen am Strassenrand. Irgendwann beschlossen wir dann eine solche zu nutzen und nahmen eine Kleinigkeit zu uns.

Ihr könnt euch vorstellen wie wir uns geärgert haben als nur wenige km weiter dann plötzlich ein toller Parkplatz auftauchte. Aber naja, schwarz ärgern hilft einem da auch nicht weiter.

In Kemi steuerten wir dann noch einen Supermarkt an, schliesslich gibt es in Finnland tolle Dinge die wir hier nicht haben.

Tja, und dann blieb nur noch die im uebrigen ereignislose Heimfahrt uebrig.

Fazit: wenn alles schief geht muss man das Beste draus machen. Und wir haben mal wieder ein Stueckchen dieser Erde entdeckt wo wir gerne mal wieder hinwollen. Vuokatti können wir nur wärmstens empfehlen, die können Tourismus dort. Es gibt soviel zu tun, trotzdem wohnt man ruhig aber landschaftlich schön, es gibt Wanderwege im Sommer und Angelseen und Badestrände und unzählige Loipen und Abfahrtshänge fuer den Winter.



[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Dienstag, 13. September 2016

Und schon wieder auf und davon
Von filainu, 11:11

Das wir nicht lange still sitzen können, das ist sicher den Meisten schon aufgefallen und so ist es nicht verwunderlich das wir schon den nächsten Ausflug geplant (und gebucht) haben. Sonntag habe ich ja Geburtstag und was gibt es besseres als diesen mit einem Wochenendausflug zu feiern. Wir werden wieder viel unterwegs sein und Langeweile kommt garantiert nicht auf. Und es geht mal wieder uebers Wasser. Mehr verrate ich noch nicht, sonst lest ihr ja den Reisebericht dann nicht :-)

Ansonsten rege besonders ich mich mal wieder ziemlich ueber die Schule auf. Diese hat ja nun vor 3,5 Wochen angefangen. Nachdem es 3 Wochen gedauert hat bis ueberhaupt die Mathebuecher da waren (ist ja klar, so ein Schulanfang kann schonmal ueberraschend kommen) so arbeiten die Kinder nun immernoch nicht damit da die Buecher der 6. Klasse noch nicht da sind. Was das eine nun mit dem anderen zu tun hat weiss nur der Fuchs. Und wenn man keine Buecher hat, kann man natuerlich auch nicht wirklich arbeiten, die ersten 3 Wochen waren also mehr spielen als lernen. Dazu kommt noch das Leif Eriks Klassenlehrer letzte Woche Montag, Dienstag und Freitag frei hatte um auf Elchjagd zu gehen. Ist doch logisch, Jagdsaison ist ja nunmal nicht in den Ferien). Und dann haben die Kinder nur eine Vertretung, die selbstverständlich kein Leherer ist sondern im grossen und Ganzen nur drauf achtet, das die Kinder keinen Blödsinn machen, also so wie ich damals auch, aber wie gesagt, lernen tut man sich dabei ja nix.

Heute ist Elternabend, schlauerweise fuer alle Klassen zur gleichen Zeit, also entweder klont man sich oder man geht zu zweit (wenn man Glueck hat und nur zwei Kinder hat) oder man verpasst eben was. Naja, ich denke da kommt eh nicht viel neues raus wir gehen aber trotzdem hin, vielleicht wollen die Lehrer ja wissen wie es mit unseren Umzugsplänen aussieht.

Diese sind im uebrigen in vollem Gange, wir haben sogar schon ein Gebot fuer ein Haus abgegeben aber es ist noch nicht sicher ob wir die Firma dort betreiben können. Sollte dieser Kauf etwas werden steht das nächste grössere Projekt fuer uns an aber darueber berichte ich wenn wir selber mehr wissen.

Neulich bekamen wir dann auch ueberraschend Besuch von den zwei Paddlern die wir beim Wandern getroffen hatten. Wir hatten Ihnen unsere Telefonnummer und Adresse gegeben und sie auf nen Kaffee eingeladen wenn sie dann ihre Wanderung abgeschlossen hatten. Eigentlich rechneten wir schon gar nicht mehr mit Ihnen, ich war gerade einkaufen als Sven anrief und meinte ich solle mal was zum Kaffee mitbringen (das ich am Vortag erst einen Kuchen gebacken hatte hatte er verdrängt). Ja, sie haben nicht angerufen sondern sind einfach auf gut Glueck vorbeigekommen. Wir verstehen uns jedenfalls prächtig und so vergingen mehrere Stunden bevor sie sich auf die Weiterreise Richtung Deutschland aufmachten.

Dann hat nun auch wieder die Nordlichtzeit begonnen, am 28. August habe ich das erste beobachten können. Irgendwie kommt mir das generell so vor als wuerde es dieses Jahr schneller dunkel als sonst. 20 Uhr ist es ja schon nachtschwarz draussen. Naja aber was soll man machen. Hoffentlich kommt bald der Schnee, wenn schon dunkel dann wenigstens Schnee zum Skifahren.

Meine Tomaten waren dieses Jahr auch auf gutem Wege, die Farbe von gruen in rot zu ändern. Tja, waren, dann kamen die ersten Nachtfröste und die Pflanzen waren im Nu erfroren. Muss ueberhaupt mal schauen ob ich noch ein paar Bohnen retten kann.

Hier ist der Herbst auch in vollem Gange, die Laubfärbung lässt die Bäume in allen erdenklichen Nuancen von Gelb bis rot erstrahlen.Die Blaubeeren sind auch erfroren und daher kann man sie nicht mehr ernten da sie nur noch Matsche sind. Die Kraniche sammeln sich in Schaaren vor Ihrer Abreise in den Sueden, die Enten und Gänse sind auch schon da fuer ihren Zwischenstop auf ihrer Zugreise. Ebenso ertönt nun abends wieder das Geschnatter der Singschwäne auf dem Fluss. Tja, bald wird es wieder totenstill sein wenn alle Vögel fort sind.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Montag, 05. September 2016

Padjelantaleden 2016 - „Einfach mitlaufen oder einsam sterben“ oder „Nach dem Huegel ist vor dem Huegel“ Teil 2
Von filainu, 21:52

7. Tag Ruhetag – mal alle Fuenfe grade sein lassen

Der Regen kam dann auch in der Nacht und sollte mehr oder weniger stark den ganzen Tag anhalten. Auch temperaturmässig war dieser Tag nicht gerade der tollste. Unser Pausentag passte wettertechnisch mal wieder perfekt und wir waren froh, heute nicht unterwegs sein zu muessen.

Puenktlich um 8 Uhr kam das bestellte, frisch gebackene Brot (der Kiosk hatte kein Mehl mehr deshalb mussten ab heute die Huettenwirte fuer frisches Brot sorgen).

Den restlichen Tag machten wir nicht viel Produktives, liessen statt dessen mal alle fuenfe grade sein. Wir spielten Karten, lösten Sudoku, ruhten uns aus und schauten dem Regen und den Wanderern zu die mit und gegen selbigen ankämpften. In einer Regenpause machten wir nochmal einen Abstecher zum Kiosk.

Endlich verblassten die Nachwehen der 24km Strecke, die Beine fuehlten sich langsam wieder leichter an, es tat nicht mehr jeder Schritt weg, man sammelte wieder Kräfte fuer die letzten beiden Wandertage. Allerdings beschleicht mich so langsam das Gefuehl das das grosse Abnehmen dieses mal ausbleibt, die Hose zumindestens will einfach nicht grösser werden. Und das trotz weniger Suessigkeiten und weniger Ruhetagen als bei der Wanderung auf dem Kungsleden.

Waren wir in der letzten Nacht nur zu zehnt so fuellte sich heute die Huette zusehends und selbst die zweite Huette wurde ziemlich voll. Dies war sicher zum Teil auch durch das schlechte Wetter bedingt, wo viele die eigentlich zelten, sich doch ein festes Dach ueber dem Kopf suchten um mal ihre Sachen trocknen zu können. 95 Prozent der Ubernachtungsgäste waren uebrigens Deutsche.

17 Uhr ging es dann fuer mich wieder zur Sauna, nocheinmal das warme Wasser geniessen, bevor wir morgen wieder aufbrechen. Wobei dies mal wieder noch mit Fragezeichen versehen war, sollte es morgen noch regnen waren meine Männer dafuer noch einen Tag länger zu bleiben und dafuer den Helikopter bis nach Staloluokta umzubuchen. Aber gut, wir werden sehen.

Abends gab es dann sogar frisch gebackenen Kuchen zu kaufen, der ging weg wie warme Semmeln und war super lecker und das obwohl es nur ein einfacher Ruehrkuchen war.

8. Tag Staloluokta-Tuottar 19km – einfach mitlaufen oder einsam sterben

Heute kam unsere Wanderung zu ihrem Namen aber ich fange mal am Anfang an. Um 7 klingelte wie immer der Wecker. Da das Brot aber erst um 8 kam machten wir es heute umgekehrt als sonst und packten erst unsere 7 Sachen und gingen dann zum Fruehstueck.

Es stand mit 19km die zweitlängste Etappe der Tour auf dem Plan.




Mit dem Vorteil das die Ruecksäcke schon deutlich an Gewicht verloren hatten. 5Kg weniger wogen sie jetzt (es gibt an der Huette eine Gepäckwaage) und das obwohl wir nun schon einen Teil der Sachen der Kinder uebernommen hatten denn deren Rucksäcke sind bisher nicht leichter geworden da sie ja kein Essen drin hatten.

Zunächst wurden die Blasenpflaster verteilt, eins fuer Leif Erik und auch ich gönnte mir eins fuer die grössere der beiden Blasen, bei der Strecke wollte ich auf Nummer Sicher gehen. Das letzte Pflaster hob ich fuer den Notfall auf, immerhin hatten wir noch zwei Wandertage vor uns. Da Leif Erik sich nicht gut fuehlte, schwächelte und Kopfschmerzen hatte bekam er eine halbe Dolormin.

Das Wetter hatte sich ueber Nacht deutlich gebessert, zwar war es noch ziemlich bewölkt aber was wehte nicht mehr so und es war trocken.

Meine Erkältung war nun auch schon deutlich besser und so machten wir uns Frohen Mutes kurz vor 9 Uhr auf den Weg. Die Strecke war zunächst recht ok, ein bisschen gemässigt hoch und runter, vorbei an einigen kleineren Seen, die wirklich einladend fuer ein Bad aussahen, zumindest im Sommer. Das Wetter wurde auch immer besser, die Wolken verzogen sich und bald gab es Sonne satt vom blauen Himmel.

Nach ca. 8km kommt man an eine Sommerbruecke, unterhalb des Anstieges zu selbiger machten wir eine erste richtige Pause. Leider schöpfte Leif Erik mit seinem Schuh Wasser als er versuchte, den Deckel der Wasserflasche aus dem Bach zu retten den Thorben beim Auffuellen verloren hatte. Nun war guter Rat teuer, Leif Erik hatte eigentlich nur 1 Paar Socken in denen er keine Blasen bekamen und davon war nun eine Socke nass. Wir trockneten den Schuh so weit es ging und verpassten ihm eine Socke von Thorben.

Nach der Pause stiegen wir hinauf zur Bruecke und ueberquerten diese.




Kurz danach sagte Leif Erik das er sich wohl die zweite Ferse aufreibt, es fuehle sich so an. Also nachgeschaut und tatsächlich. Der Socken war schon wieder patschnass, er hatte das restliche Wasser aus dem Schuh gesaugt und die Ferse hatte schon ihre oberste Hautschicht eingebuesst. Da war also schon der Notfall und das letzte Blasenpflaster wurde angebracht. Leif Erik bekam dann einen meiner benutzten Socken, die rochen zwar schon ziemlich aber es waren immerhin richtige Wollsocken und wir hatten schliesslich noch reichlich 10km vor uns.

Während ich Leif Erik verarztete, gingen Sven und Thorben weiter. Wir waren nun mitten im längsten Anstieg des heutigen Tages als Thorben plötzlich zu Sven sagte: Papa, weisst du warum ich so gut mitlaufe? Ich sage mir: „Einfach mitlaufen oder einsam sterben“. Oj was haben wir gelacht. Somit war der Titel dieser Tour geboren.

Den Anstieg bewältigten wir erstaunlicherweise recht gut obwohl er lang und eigentlich anstrengend war. Ganz oben angekommen machten wir dann eine etwas längere Mittagspause mit toller Aussicht und bei bestem Wetter, bevor der Abstieg begann. Dieser war zum Glueck nicht so schlimm wie im Buch beschrieben aber das was danach folgte war ziemlich typisch Padjelantaleden. Nach dem Huegel ist vor dem Huegel, wir mussten noch so viele Huegel ueberqueren und jedesmal freut man sich auf das was danach kommt weil man denkt man sieht endlich die Huette aber nein, kaum ist man oben hat man die Aussicht-auf den nächsten Huegel.

Hatte man die letzten Tage doch immer mal Spuren von menschlichem Leben in Form von irgendwelchen Samihuetten, so herrschte hier wirklich das Gefuehl totaler Einsamkeit. Man traf hier noch weniger Wanderer als die Tage vorher, war nur umgeben von unendlichen Steinwuesten, nichteinmal Tiere gab es hier zu sehen. Das war schon fantastisch.




Nach schier endlosem Auf- und ab sahen wir sie dann aber doch endlich, die Tuottar-Huetten, sie lagen direkt vor uns. Aus dem Buch wusste ich jedoch das noch zwei Watstellen auf uns warteten. Und da tauchten diese auch schon auf. Es gab keinen Zweifel, hier mussten wir wirklich waten, das Wasser war selbst ueber den Steinen zu hoch und ausserdem war die Stelle auch ziemlich breit.

Also packten wir es an, zogen die Schuhe um und los ging es. Leif Erik wollte sogar seinen Rucksack selber nehmen, Hut ab. Ich fand das Waten einfach nur angenehm, eine gute Erfrischung fuer die Beine aber nicht zu kalt. Sven sah dies anders, er empfand das Wasser als absolut zu kalt.




Nachdem ich meinen Rucksack hinuebergetragen hatte und Sven und Leif Erik auch unbeschadet am anderen Ufer angekommen waren holte ich noch Thorben.

Da wir wussten das die zweite Watstelle nicht weit weg war liessen wir die Watschuhe gleich an und setzten unseren Weg fort. Die zweite Watstelle war schnell erreicht und ohne zu zögern durchquerten wir sie. Ich bin mir sicher, mit etwas suchen wäre man dort auch mit Wanderschuhen trockenen Fusses ruebergekommen aber wir hatten ja nunmal sowieso die Watschuhe an also brauchten wir da keine Zeit zu verschwenden.

Während ich noch Thorben holte




ging Sven schonmal Schläfplätze suchen. Auch hier war schon so ziemlich jede Huette besetzt, nur eine war noch frei und das war die Huette wo die Tagesgäste sich aufwärmen können und Essen kochen können, sprich wir mussten mit Besuch rechnen. Aber das war uns egal, Hauptsache ein Dach ueberm Kopf und ein Bett zum Reinkriechen denn draussen begann es nun doch ziemlich stark zu wehen.




Man muss dazu sagen, die Huetten liegen wirklich sehr ausgesetzt mitten auf dem Berg. Bei schönem Wetter sicher fantastisch. Der einzige Nachteil ist wirklich das man sehr weit gehen muss um Wasser zu holen und dann mit den vollen Eimern auch noch einen steilen Anstieg hoch muss.




Und in der Nähe der Huetten liegt auch Schwedens unzugänglichster Punkt, das heisst, von da aus ist es in alle Richtungen am weitesten bis zur nächsten Strasse (Wanderwege zählen da nicht dazu) und auch von den Huetten sind es mindestens 40km in alle Richtungen bis zur nächsten Strasse.

Wir hatten uns gerade eingerichtet und die Gasheizung angeworfen da bekamen wir tatsächlich Tagesgäste in die Huette, zwei Deutsche, die eigentlich zelten wollten sich ihr Essen zubereiten. Natuerlich kam man ins Gespräch, es waren zwei Paddelkumpel die zunächst den Padjelantaleden gehen wollten, dann von Kvikkjokk den Kungsleden nach Staloluokta und dort hatten sie ihre Paddelboote stationiert um zurueck nach Ritsem zu paddeln. Und endlich waren es mal Leute die ihre Tour wirklich gut geplant und vorbereitet hatten. Der Ältere der Beiden ist seit Februar jeden Tag mit dem gepackten Rucksack auf Arbeit und zurueck gelaufen um sich und seinen Ruecken daran zu gewöhnen. Das nenne ich gute Vorbereitung. Wir wuenschten den Beiden auf jeden Fall viel Glueck fuer die restliche Tour und das sie sie so durchfuehren konnten wie geplant, bevor sie weiterzogen um sich einen Zeltplatz zu suchen.


Den restlichen Abend kam dann auch kein Tagesgast mehr und wir hatten die Huette fuer uns. Und dank der Tatsache das es sich hier um die Tagesgasthuette und somit die winteroffene Huette handelte, hatten wir sogar Strom und damit Licht, welch ein Luxus.

Und man freute sich schon auf den nächsten Tag, auf zu Hause, ein richtiges Klo wo es nicht kalt zieht, ein Eis, ein warmes Bad, vielleicht einen Hamburger.....

Der Einzige der noch kam war der Huettenwirt zum kassieren. Auch wieder eine ganz aussergewöhnliche Geschichte, in Hongkong geboren, schweizer Mutter, dann irgendwann in die Schweiz gezogen 19 Jahre dort gelebt, später nach Suedschweden um zu studieren, dort hängengeblieben und durch einen Zufall als urspruenglich selbst Wanderer an den Job des Huettenwirtes gekommen.

Es gab einen wunderbaren Sonnenuntergang, es sah aus als ob der Himmel brennt. Leider deuten die tollen Sonnenuntergänge meist auf schlechteres Wetter am nächsten Tag.




Ich hatte dann noch Probleme mit meiner Blase, diese pochte unter dem Blasenpflaster so das ich dachte das irgendwie beim Waten Wasser drunter gelaufen sei und dies zum Problem wurde. Also habe ich das Blasenpflaster wieder runter gemacht auch mit dem Wissen das ich dann morgen ohne laufen musste. Leider hat das gar nichts gebracht, die Blase pochte weiter und machte mir das Einschlafen schwer aber irgendwann siegte dann doch die Muedigkeit.


Und hier die Bilder des Tages:













Letzter Tag: Tuottar-Tarraluoppal 11km + Helikopter - Winter steht vor der Tuer

Der heutige Tag begann mal wieder mit Regen. Punkt um 7 fing es an und es regnete nicht nur ein bisschen. Draussen war alles grau in grau. Die umliegenden Berge waren aufgrund der Wolken nicht zu sehen, wenn dann aber mal eine Luecke aufriss sag man, das es dort schon Neuschnee gegeben hatte, die Gipfel waren von der weissen Masse ueberzogen. Entsprechend zeigte das Thermometer auch nur 3 Grad an.

Gluecklicherweise war die heutige Etappe nur 11 km lang und der Helikopter war erst fuer 17.30 Uhr bestellt so das wir mehr als genug Zeit hatten und zunächst beschlossen das Ganze ersteinmal abzuwarten. Während alle anderen Huetten sich nach und nach leerten und die Leute, eingehuellt in Regenkleidung, Wind und Regen trotzten und sich auf den Weg zur nächsten Huette machten, gingen wir es ruhig an. Vielleicht hörte es ja irgendwann doch mal auf zu regnen.

Und tatsächlich, als wir uns dann letztendlich 10.30 Uhr doch auf den Weg machten, hatte es aufgehört zu regnen. Es war zwar immernoch alles in Grau gehuellt und es ging auch ein heftiger Wind aber immerhin, es war von oben trocken. Aber es sollte mal wieder so eine Etappe werden, bei der man nicht wirklich eine Pause macht, es war einfach zu ungemuetlich.

Wir uebernahmen nun sämtliches Gepäck der Kinder, sogar die Rucksäcke ansich, sie hatten sich tapfer geschlagen und waren wirklich froh mal einen Tag ohne Gepäck zu gehen. Und ein weiterer parktischer Vorteil war, das wir nur zwei Rucksäcke in den Helikopter laden brauchten, ist halt einfacher zu hantieren.

Heute sollte uns unter anderem eine Watstelle und der höchste Punkt des Padjelantaleden erwarten, wir rechneten mit einer etwas schwierigeren Etappe. Dies war aber nicht der Fall. Es ging so ziemlich immer auf einer Höhe entlang, klar, mal bisl hoch, mal bisl runter aber nur unwesentlich.




Und ehe man es sich versah kamen wir auch schon an der Watstelle an welche uns nach ca. 5km erwartete. An und fuer sich kamen wir trockenen Fusses hinueber, wie gesagt, die Schuhe halten einen gewissen Wasserstand ganz gut ab. Um Thorben zu holen zog ich dann aber trotzdem die Watschuhe an, denn man musste sich mit den Wanderschuhen wirklich sehr konzentrieren um immer die richtigen Steine zu erwischen und das war mir mit Kind auf dem Ruecken einfach zu riskant. Und ich wollte wirklich nicht noch am letzten Tag nasse Fuesse riskieren, ein falscher Schritt und das Wasser wäre oben reingeschwappt. Ausgerechnet während des Watens fing es dann auch noch an zu regnen, allerdings war es nur ein leichter Schauer und relativ schnell vorueber.

Trotzdem fuehrte das Wetter dazu das man sich die ganze Wanderung ueber Gedanken machte ob denn der Helikopter bei solchem Wetter ueberhaupt fliegen kann. Und vor allem was machen wir wenn er nicht fliegt? Wir hatten ja nichteinmal Essen fuer einen Extratag mit. Man versuchte diese Gedanken so gut es ging in Schach zu halten, man konnte es eh nicht beeinflussen.

Irgendwann nach 8km passierten wir fast unbemerkt den höchsten Punkt des Weges, wir hatten eigentlich einen längeren Anstieg erwartet, dem war aber nicht so. Und von dort aus ging es dann 3km nur noch bergab bis zur Tarraluoppalhuette. Und zu besonders Svens grosser Erleichterung sahen wir einen Helikopter landen, die Sorgen waren also völlig unberechtigt und wir wuerden noch heute abend wieder in unserem Warmen zu Hause sein.

Nach 3 Stunden Wanderung kamen wir 13.30 Uhr an der Huette an. Und kaum erreichten wir diese fing es richtig an zu regnen. Daher brachten wir uns in der Huette fuer Tagesgäste unter um dort auf den Helikopter zu warten.

Und was wir dort wieder fuer Leute trafen...... zuerst kam ein Mann rein, total fertig. Er wusste auch so gar nicht richtig wo oben und unten war, als er sich etwas erholt hatte, kamen wir ins Gespräch. Er war alleine im Sarek wandern, ungefähr zwei Wochen, genau war es nicht rauszubekommen da er jedesmal eine andere Zeitangabe machte. Jedenfalls fand er den Sarek furchtbar, da gäbe es ja ueberhaupt keine Wege und ausserdem so viel Gestruepp das man in den Tälern gar nicht gehen kann. Und dann noch das Wetter, kalt, Sturm.... er wollte nur noch so schnell wie möglich raus aus dieser Hölle. Als er hörte das wir mit dem Helikopter fliegen wollte er am liebsten gleich mit. Der Huettenwirt hat dann auch gleich bei der Helikopterstation angerufen ob sie einen grösseren Heli schicken könnten, das ging aber nicht und so musste er noch einen Tag ausharren bevor er dann am nächsten Tag fliegen konnte. Zum dank das wir ihm geholfen haben (er hatte es auch etwas schwierig sprachtechnisch, kein schwedisch, kaum englisch) gab der dann Schokoriegel und Minisalamis aus.

Dann trafen wir einen Mann aus Belgien der auch alleine unterwegs war und mal wieder einen ganz abenteuerlichen Zeitplan hatte.

Weiterhin trafen wir zwei Deutsche die einfach mal drauf los sind und so den Plan haben das sie dann wenn sie keine Lust mehr haben einfach ausfliegen, diese haben wir dann erstmal aufgeklärt das der Helikopter eigentlich nur in Staloluokta landen darf und im Uebrigen die täglichen Touren auch nur noch bis morgen fliegen.

Dann trafen wir noch die Zwei wieder, die gestern bei uns in der Huette ihr Essen zubereitet hatten.

Des Weiteren fand sich in der Huette sogar ein Jazzyspiel so das die Zeit wirklich schnell verging und plötzlich kam ein Helikopter. Man muss dazu sagen das der Helikopter nicht direkt an der Huette landet sondern das man erst noch 2km laufen muss und einen Bach durchwaten muss. Eigentlich wollten wir 16.30 Uhr loslaufen, aber wie gesagt, kurz vor 4 Uhr kam plötzlich ein Helikopter und ich bekam Panik. Ich hatte einen totalen Blackout, ich wusste auf einmal nicht mehr ob ich den Helikopter fuer 16.30 Uhr oder fuer 17.30 Uhr gebucht hatte. Und zum Schluss war ich mir sogar sicher, das es 16.30 Uhr war. Voller Panik packte ich unsere sieben Sachen zusammen und wir beeilten uns zum Landeplatz. Der Helikopter war zwar längst weitergeflogen aber unserer konnte ja auch jeden Moment am Horizont auftauchen.

Punkt 16.30 Uhr kamen wir am Landeplatz an und Punkt 16.30 Uhr fing es auch an in Strömen zu regnen.




Und es kam kein Helikopter. Alle Panik umsonst. Sven und ich kramten dann unsere Regencapes aus, bekamen sie also doch noch einen Einsatz unter dieser Wanderung, die Jungs hatten ihre Regenjacken sowieso schon an.

Eine Stunde standen wir in strömendem Regen als puenktlich wie vereinbart 17.30 Uhr der Helikopter kam. Und es war sogar ein grosser, merkwuerdig da hätte doch der Mann aus dem Sarek mitfliegen können. Aber das war uns in diesem Moment egal wir waren nur froh aus dem Regen ins Trockene zu kommen.

Der Flug war zwar aufgrund des Wetters stellenweise etwas holprig aber je weiter wir kamen umso besser wurde das Wetter und wir landeten schliesslich bei strahlendem Sonnenschein. Die Aussicht beim Flug war natuerlich der Hammer, leider sass ich diesmal nicht vorne so das die Möglichkeit fuer Fotos etwas begrenzt war.Hier trotzdem ein paar:








In Kvikkjokk angekommen stiegen wir ins Auto ein, schauten ob wir die Dresdner finden aber diese hatten sich nicht am Landeplatz eingefunden, und fuhren heim. Unterwegs, kurz nach Jokkmokk haben wir dann noch zwei Elche gesehen, dies rundete das Abenteuer in gewohnter Manier ab.

Und als wir zu Hause ankamen gönnten wir uns alle ein Eis und ein warmes Bad in der Badewanne bevor wir erschöpft und zufrieden in unsere Betten krochen.

Und hier noch die letzten Bilder:






PS: die Waage am nächsten morgen bestätigte was ich bereits vermutet hatte, nur 2kg weniger. Naja, egal, es war trotzdem eine schöne Wanderung. Und wir sind stolz drauf das wir den Versuchungen, die Wanderstrecke irgendwie zu verkuerzen nicht nachgegeben haben.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Padjelantaleden 2016 - „Einfach mitlaufen oder einsam sterben“ oder „Nach dem Huegel ist vor dem Huegel“
Von filainu, 20:08

Vorbereitungen

Die Wanderung war aus meiner Sicht eigentlich wirklich sehr gut vorbereitet. Das Essen teilweise schon seit nem halben Jahr fertig getrocknet. Die einzelnen Tagesetappen mit Name der Huetten und Anzahl der zulaufenden km kannte ich längst auswendig.

Da es diesmal voraussichtlich kaum Möglichkeiten gab, Proviant zu kaufen (auf dem Padjelantaleden entscheidet jeder Huettenwirt selbst was und wieviel er anbietet und ausserdem war die Wandersaison ja fast schon zu Ende da kann auch mal was alle sein) mussten wir diesmal genauer planen und alles mitnehmen.

Ich habe so viel wie möglich vakuumverpackt um Platz zu sparen und dann wurde fuer jeden Tag eine extra Tuete gepackt und beschriftet, damit man nicht aus Versehen schon am Anfang der Wanderung den Proviant von später alle macht. Ausserdem habe ich noch universale Zusatzlebensmittel eingepackt, falls es doch mal nicht reicht bzw. fuer den Notfall, z.B. Nuesse, getrocknete Salami, getrockneten Bacon, getrocknete Äpfel, extra Milchpulver, Kekse usw. Und fuer den Genuss auch eine Tafel Schokolade und Kakaopulver.

Da auf dem Padjelantaleden auch mit Watstellen zu rechnen ist waren wir auch dafuer geruestet, wir hatten eine Leine mit um gegebenenfalls die Kinder sichern zu können sowie unsere Gummischuhe die gleichzeitig als Huettenschuhe fungieren. Ich hatte mit darueberhinaus regelrechte Badeschuhe gekauft, diese haben eine mehr profilierte Sohle fuer mehr Halt und schwimmen, wenn man sie verliert, nicht auf dem Wasser davon. Nachteil ist das diese deutlich schwerer als die Gummischuhe sind.

Apropos Gewicht, ich habe mir 200 gr zusätzliches Gewicht aufgeladen indem ich statt meinem Reiselaken richtige Bettwäsche mitgenommen habe. Ich habe leider ein Problem mit Enge, deshalb habe ich mir schon ein extra grosses Reiselaken gekauft aber auch dies funktionierte fuer mich nur bedingt, es ist ja trotzdem ein Sack in dem man drin steckt und das geht einfach fuer mich nicht.

Schon zwei Tage vor der Abreise waren unsere Rucksäcke fertig gepackt, leider mit mehr Gewicht als uns lieb war aber immerhin, es passte alles rein.

Auch setzten wir dieses Mal wieder auf Wasserflaschen, es gibt zwar nahezu ueberall am Weg Bachläufe wo man trinken kann aber jedesmal mit dem schweren Ruecksack buecken ist auch nix und nur fuers Trinken immer den Rucksack absetzen ist auch keine Idee. Also hatten wir zwei kleine PET Flaschen mit und eine grössere Wasserflasche die wir nur fuer die Teile der Strecke fuellen wollten, wo das Wanderbuch Wassermangel auswies.

1. Tag Anreise....das geht ja gut los

Es sollte ein langer Tag werden, das wussten wir. Schon 5.15 Uhr klingelte mein Wecker, machte aber nichts, ich war schon seit um 5 auf den Beinen. Während Sven sich nochmal rumdrehte und versuchte noch etwas weiterzuschlafen, traf ich noch die allerletzten Vorbereitungen, packte die Kuehlwaren ein, lud die Rucksäcke ins Auto, tat letzte Handgriffe an der Wohnung (einen Tag vorher hatte sich nämlich noch der Makler gemeldet ob er am Wochenende eine Besichtigung halten könnte).

Puenktlich um 6 (naja, eigentlich sogar 5.50 Uhr) fuhr ich bei blauem Himmel und Sonnenschein los und schaffte zunächst das Gepäck meiner Jungs nach Harads ins Haus. Wir hatten nämlich gerade Automangel, Svens war in der Werkstatt und mit meinem war ich unterwegs so das Sven und die Jungs mit dem Quad nach Harads fahren mussten.

Die Fahrt verlief reibungslos, trotz Baustellen zwischen Harads und Jokkmokk kam ich gut voran, genoss die tolle Landschaft und traf das ein oder andere Rentier:




Bereits eine Stunde vor Abfahrt des Busses war ich in Kvikkjokk. Wir hatten am Abend vorher ergebnisoffen ueberlegt, wo ich denn nun das Auto hinstellen sollte, der Helikopterlandeplatz war ca. 2km von der Bushaltestelle entfernt, hätte ich also gleich einen Marsch mit vollem Gepäck vor mir oder ob ich das Auto an der Fjällstation abstelle, dann wären es nur 300m bis zum Bus aber dann bei der Rueckkehr fuer alle von uns reichlich 2km bis zum Auto. Wie gesagt, wir entschieden es nicht sondern es wurde mir ueberlassen, abhängig von Wetter und Zeit sollte ich vor Ort entscheiden.

Und da ich wie gesagt noch eine Stunde Zeit hatte, parkte ich beim Helikopterlandeplatz. Ich bin dann noch ins Buero um mich nochmals zu vergewissern das unser Flug auch wirklich korrekt gebucht war, schliesslich hatten wir ja schon das ein oder andere Abenteuer in Sachen schwedischer Zuverlässigkeit erlebt. Aber ja, alles war in Ordnung und als ich gerade das Buero verliess um meinen Marsch zur Bushaltestelle zu starten, begann es auch zu regnen. Na prima aber nun gab es kein Zurueck mehr. Meinen 16 kg Rucksack nochmal runter, Regenplane drueber und wieder auf den Ruecken wuchten. Den Rucksack auf dem Ruecken, die Kameratasche um den Hals und in jeder Hand einen Beutel mit Lebensmitteln fuer den ersten Tag marschierte ich also durch den strömenden Regen zur Bushaltestelle wo ich dann durchgeweicht ankam. Dort konnte man sich zwar unterstellen, aber das war nun eigentlich schon zu spät. Egal.

An der Haltestelle warteten zwei Deutsche mit denen ich mich kurz unterhielt bis sie plötzlich riefen „Auto“ und davonliefen. Sie kamen aber kurz danach zurueck, das Auto hatte nicht angehalten. Hintergrund: sie wollten den gesamten Kungsleden wandern und waren nun eben in Kvikkjokk angekommen. Es war nun Zeit, den Proviant aufzufuellen. Da dieser aber in der Fjällstation sehr teuer und eingeschränkt ist und es sonst ja nix weiter in Kvikkjokk gibt hatte man beschlossen nach Jokkmokk zu fahren und dort einzukaufen. Allerdings kostete der Bus 255 SEK, pro Strecke und Person und das hätte ja den Preisvorteil aufgefressen. Naja, irgendwann waren die beiden dann aber doch verschwunden, ich vermute, es fand sich doch noch ein Auto zum Mitfahren.

Ansonsten sammelten sich an der Bushaltestelle mehr und mehr Leute, viele Deutsche, ein paar Schweden und alle unterhielten sich ueber die zurueckliegende Wanderung.

Ich stattete dann der Kirche die direkt hinter der Bushaltestelle liegt noch einen kurzen Besuch ab.




Dann war es auch schon Zeit fuer den Bus. Nur kam selbiger nicht. Na ein Glueck das ich ueber eine Stunde Aufenthalt in Jokkmokk haben sollte sonst wäre ich bedeutend unruhiger gewesen.

Mit 15 Minuten Verspätung traf dann endlich der Bus ein und 10 Minuten später ging es endlich los nach Jokkmokk. Ich setzte mich ganz hinter, wollte meine Ruhe und eventuell versuchen etwas zu schlafen. Leider wahrte die Ruhe nur kurz. An der nächsten Haltestelle stieg ein älterer Herr ein und setzte sich genau vor mich und machte es sich dann zur Aufgabe, mich die ganze Fahrt ueber zu unterhalten. Selbst als ich so tat als wuerde ich schlafen redete er auf mich ein und stellte mir Fragen so das ich antworten musste. Noch dazu kam er gerade von einer einwöchigen Bergwanderung, was nicht zu ueberriechen war. Nunja das ist halt der Nachteil wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt man kann sich seine Mitreisenden nicht aussuchen.

Nach einer gefuehlten Ewigkeit kamen wir dann in Jokkmokk an, auch hier regnete es so das ich die Wartezeit in der Wartehalle verbrachte. Die Zeit verging aber wie im Fluge da ich einen Schweizer und zwei Italiener traf mit denen ich mich unterhalten habe.

Und plötzlich kam auch schon der Bus aus Richtung Luleå mit Sven und den Jungs an Bord.

Diese haben zu Hause ebenfalls noch letzte Handgriffe angelegt, Betten gemacht und ein paar Pakete verschickt und sind dann schon am Vormittag nach Harads ruebergefahren da es nach Regen aussah. Und tatsächlich, sie kamen kaum in Harads an fing es an zu regnen. Der Bus ging dann 11.30 Uhr, ungefähr die selbe Zeit wie ich in Jokkmokk ankam.

Unser urspruenglicher Plan war, an der Abzweigung nach Ritsem auszusteigen und dort knapp 1,5 Stunden auf den Bus nach Ritsem zu warten, ein verspätetes Mittagessen zu uns zu nehmen und uns irgendwie die Zeit zu vertreiben anstatt bis nach Gällivare zu fahren und dort nur 15 Minuten zum Umsteigen zu haben.

Das Wetter war jedoch nicht auf unserer Seite, es regnete in Strömen und der Busfahrer legte uns nahe, bei diesem Sauwetter lieber doch bis nach Gällivare zu fahren. Da er uns auch versicherte wir wuerden den Anschlussbus auf jeden Fall schaffen, war dies beschlossene Sache.

Das Umsteigen in Gällivare verlief reibungslos, wir stiegen aus, der Bus fuhr weg, der Nächste kam gleich an die gleiche Haltestelle und wir brauchten nur einsteigen. Bei dem Fahrpreis traf mich zwar fast der Schlag, 1144 SEK von Gällivare nach Ritsem fuer uns 4, das war recht ordentlich. Insgesamt hatten wir damit nur fuer die Busfahrt rund 2000 SEK ausgegeben. Da ueberlegt man natuerlich ob man nicht mit diesen 2000 SEK statt den ganzen Tag mit dem Bus unterwegs zu sein nicht mit dem Helikopter statt nach Kvikkjokk bis nach Ritsem hätte fliegen können. Dann hätten wir eine wesentlich bequemere und deutlich kuerzere Anfahrt gehabt (3 Stunden), denn den Aufwand mussten wir ja nur betreiben da Start- und Zielpunkt der Wanderung so weit voneinander entfernt lagen. Naja, heute klären wir das nicht mehr aber beim nächsten Mal muss man direkt auch solche Alternativen zumindest mit in Erwägung ziehen.

Die restliche Fahrt nach Ritsem verlief dann eher langweilig, es regnete fast die ganze Zeit. Dann macht der Bus in Stora Sjöfallet, kein Mensch weiss warum, auch noch eine Pause von ueber einer Stunde. Als wir dann endlich in Ritsem ankamen, zeigte die Uhr schon kurz nach 19 Uhr.

Als wir in die Fjällstation kamen traf uns fast der Schlag. Ueberall wimmelte es von Wanderern, das Haus war mehr als rappelvoll. Da war ich aber froh das ich unser Zimmer vorgebucht hatte. Immerhin, wir wurden gleich vom Chef wiedererkannt und freundlich begruesst.

Nachdem wir dann irgendwie ein Plätzchen in der Kueche fuers Abendbrot ergatterten und dies verspeist hatten, zogen wir uns auf unser Zimmer zurueck. Eine letzte Aufgabe mussten wir noch erledigen, nämlich uns entscheiden mit welchem Boot wir am nächsten Morgen fahren wollten, 7.15 Uhr oder 9.00 Uhr. Wir versuchten, es vom Wetter abhängig zu machen aber es war im Prinzip unmöglich da es unterschiedliche Wetterberichte gab die alle was anderes sagten. Letztendlich beschlossen wir, uns frueh nicht zu stressen und in Ruhe das 9 Uhr Boot zu nehmen. Und mit dieser Entscheidung beendeten wir den Tag und krochen in unsere Betten.

2. Tag Ritsem-Kisuris 16km + 1km - Das kommt uns bekannt vor.

Der Wecker klingelte um 7 Uhr, da war ich schon seit zwei Stunden wach und bereits frisch geduscht.

Das Wetter war eigentlich super, ein paar Wolken, ansonsten Sonne, nur irgendwie ging ein recht starker Wind.

Nach dem Fruehstueck packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg zum Boot. Dieses kam auch puenktlich und wir stiegen an Bord.

Die Ueberfahrt erinnerte mich dann mal wieder ziemlich an unseren Nordkapausflug, zwar waren die Wellen hier nicht ganz so hoch wie auf dem Meer aber es reichte um das Boot tuechtig ins Schaukeln zu versetzen. Und als dann plötzlich eine gebrochene Welle uebers ganze Boot klatschte wollte ich nur noch heil am anderen Ufer ankommen. Gluecklicherweise hatte man voraussehend die Rucksäcke mit einer Plane abgedeckt sonst wären sie nun schon durchgeweicht.

Mit an Bord waren auch Wanderer die in Vaisaluokta aussteigen wollten und von dort den Nordkalottleden gehen wollten, diese mussten aber ihr Pläne ändern da das Boot aufgrund des Windes dort nicht anlegen konnte.

Als wir dann endlich in den Windschatten des Akkamassives fuehren beruhigte sich das Wasser und wir kamen heil am anderen Ufer an.

Die zwei km bis zu den Akkastugorna kannten wir nun schon recht gut und dementsprechend schnell waren diese zurueckgelegt.




Dort haben wir dann eine kleine Pause eingelegt um noch einmal die Ausruestung zu richten. Die Pause wurde aber etwas länger da wir dort den Chef von der Ritsem Fjällstation trafen der mit seinem Hund unterwegs war und uns eine ganze Weile mit ihm unterhielten.

Auch ein Moorhuhn bekamen wir zu Gesicht:




Irgendwann war es dann aber trotzdem Zeit, weiterzuwandern, schliesslich lagen noch 14 km vor uns.

Da wir diese Strecke ja letztes Jahr schon gewandert sind, habe ich die Kamera nicht so oft rausgeholt. Ich verweise auf die Bilder unserer Wanderung Treparksmötet.

Hier trotzdem mal zwei Schnappschuesse:






Als wir gerade auf einer Anhöhe die nächste Pause einlegten kommt ein Mann vorbei und fragte ob er uns fotografieren darf. Vermutlich schauten wir recht verdutzt drein jedenfalls erzählte er uns das er ein freier Journalist ist der den Padjelantaleden läuft um dann darueber in einer Outdoorzeitung zu schreiben und er wuerde gerne auch ueber uns schreiben und uns fotografieren. Ok, also ein kurzes Interview gegeben und in die Kamera gelächelt. Der Bericht kommt aber erst nächsten Sommer und ob wir dann wirklich mit dabei sind, entscheidet noch die Redaktion aber wir behalten es im Hinterkopf.

Weiter ging die Wanderung. Irgendwie hatten wir diese leichter im Kopf. Man dachte ja dadurch das man den Weg kennt ist es einfacher aber irgendwie kam einem dieses Mal alles viel länger vor als letztes Mal und wenn man dann eine Stelle wiedererkannte dachte man nur „ach hier sind wir erst“. Nur zum Schluss war es ein Vorteil das wir die Strecke kannten denn da wussten wir das es nicht mehr weit zur Huette war und gingen nahezu beschwingt den steilen Anstieg auf das Plateau hinauf auf dem die Huetten liegen. Kurz vor 16 Uhr, nach 6 Stunden Wanderung, erreichten wir die Huetten.

Zu unserem Erstaunen gab es dieses Jahr sogar noch Cola (letztes Jahr war diese schon alle). Das hatten wir uns alle verdient, den Preis von 160 SEK fuer 3 Cola und ein Bier zwar eigentlich nicht aber was solls.

In der Huette zeigten sich dann schon die ersten Ausruestungsmängel. Ich hatte nicht wirklich eine bequeme Hose fuer die Huetten mit. Eine Leggings hätte ja gereicht statt dessen hatte ich nur eine zweite Wanderhose mit. Nun ja, da musste ich nun durch.

Leif Erik hatte sich schon die erste Blase an der Ferse gelaufen. Naja, was heisst Blase, es war schon offen. Das war natuerlich kein guter Start.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten ging ich nochmal los um Blaubeeren zu sammeln, Wir hatten unterwegs so viele gesehen, das ich dachte da könnte man doch das Abendbrot etwas aufwerten. Nun ja, mit dieser Idee war ich wohl nicht die einzige, jedenfalls gab es rings um die Huette nicht eine Blaubeere mehr und auch keine Pilze. Ok, dann gab es eben keinen Nachtisch.

Zum Abendbrot gab es Fliegenden Jacob, ein Gericht mit Hähnchenfleisch, Bananen, Erdnuessen und Chilisosse, alles selbst getrocknet, dazu Reis.

3. Tag Kisuris-Låddejåkkå, 24km – bringen wir es hinter uns.

Heute stand die längste und entscheidende Etappe der Tour an. Wenn wir abbrechen muessen dann hier, denn 24km sind schon eine Herausforderung und bei dem Streckenprofil erst recht aber das wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Die Wettervorhersagen fuer diesen Tag konnten gegensätzlicher nicht sein, von Sonnenschein ueber Dauerregen war da alles vertreten. Man durfte also gespannt sein. Wir hatten ja fuer die Wanderung zwei Ruhetage eingeplant, zur Not mussten wir diese halt etwas vor oder zurueck verschieben um dem schlimmsten Wetter aus dem Weg zu gehen.

Frueh um 6 hingen die Berge in den Wolken und es nieselte. Nicht gerade das freundlichste Wanderwetter. Bis der Wecker um 7 klingelte waren die Wolken etwas höher gezogen und es nieselte auch gerade nicht. Sollte man nun wirklich die 24km noch vor sich herschieben? Ach was, bringen wir es hinter uns.

Letztes Jahr sind wir die Strecke ja zu schnell angegangen so das Sven Knieprobleme bekam. Aus diesem Fehler lernten wir und wollten es diesmal ganz in Ruhe angehen lassen. Wir änderten auch unsere Wandertaktik, nun gingen wir alle zusammen statt wie vorher Sven und ein Kind vorneweg und ich mit dem anderen Kind mit Abstand hinterher.

Als wir die Regenhauben ueber die Rucksäcke ziehen wollten stellten wir fest das Leif Eriks Rucksack gar keine hat und die von Thorbens Rucksack irgendwie weg war. Also haben wir alles innerhalb der Rucksäcke noch in Tueten verpackt, man weiss ja nicht wieviel Wasser wir von oben abbekommen sollten.

Dann wurde Leif Erik noch mit einem Blasenpflaster versorgt und gegen 9 Uhr waren wir endlich aufbruchbereit.

Die ersten 13km verliefen relativ nach Plan, denn auch diese kannten wir schon. Der Vorteil ist dann eben doch das man die guten Plätze zum Pause machen schon kennt und nicht irgendwo Pause macht um dann paar hundert Meter weiter eine Stelle zu finden die viel besser geeignet gewesen wäre. Wir bekamen nur zwei kurze Regenschauer ab, gleich direkt nachdem wir losgelaufen waren und nach 4 km an der Sameviste Kutjaure. Unterwegs sah man auch vereinzelt Rentiere aber keine grösseren Herden.

Ein paar wenige Bilder habe ich gemacht, bezueglich mehr Fotos verweise ich auch an dieser Stelle auf unsere letztjährige Wanderung.





Je länger wir unterwegs waren, umso besser wurde das Wetter und wir waren froh das wir die Etappe nicht aufgeschoben haben.

Wir machten auch hin und wieder eine längere Pause, damit uns nicht zu zeitig die Kraft ausgeht:




Nachdem wir die Bruecken passiert hatten bewegten wir uns in neuem Terrain, denn hier waren wir noch nicht. Also kam nun die Kamera wieder vermehrt zum Einsatz.

Laut Wanderbuch sollte irgendwann noch ein Anstieg kommen. Da stand auch das man recht schnell viele Höhenmeter zuruecklegt aber wie genau das in der Praxis aussieht das sieht man erst wenn man davor steht. Wir legten noch einmal eine längere Pause ein




bevor nach 17km, bei den anderen Etappen ist man da schon längst an der Huette, dann der Aufstieg begann. Zunächgst erst mässig,



und später sehr steil aber kurz.




Naja was solls, wir hatten schon mehr als die Hälfte der Etappe weg, ein Umkehren kommt also nicht in Frage. Und wie gesagt, der Anstieg war nur kurz. Dachten wir. Wir stiegen also den Hang hinauf und als wir oben waren blickten wir- auf den nächsten Anstieg. Nach dem Huegel ist vor dem Huegel, nur weil du einen erklommen hast heisst das nicht das du oben bist. Also wieder den Hang hoch und wieder sah man nur den nächsten Anstieg vor sich. Es schossen einem viele Gedanken durch den Kopf, Aufgeben, Helikopter rufen, Thorben fantasierte darum den Berg einfach wegzusprengen.... schweigend, jeder fuer sich leidend erklommen wir letztendlich dann doch den gesamten Anstieg und wurden mit einer unglaublich tollen Aussicht belohnt und das noch dazu bei bestem Wetter.




Diese geniessen konnten wir zwar erst nach 10 Minuten ausruhen und einem Sandwich aus je zwei Panzerkeksen mit Nudossi dazwischen aber immerhin.

Nun war es theoretisch nicht mehr weit bis zur Låddejåkkåstuga. Nur noch 4km. Aber irgendwie haben besonders die letzten km immer die Angewohnheit sich ewig in die Länge zu ziehen auch wenn es eigentlich ein recht gut zu gehender Weg war.




Meine Fusssohlen brannten wie die Hölle, ich hatte das Gefuehl das sich da Blasen bilden aber zu sehen war nichts.

2km vor der Huette war dann die erste Watstelle im Buch verzeichnet, wirklich waten mussten wir hier aber nicht.




Frueher hätten wir zwar trotzdem sofort die Schuhe ausgezogen und wären mit Gummischuhe da durch aber heutzutage kennen wir unsere Ausruestung besser und wissen, wieviel Wasser unsere Wanderschuhe vertragen können ohne das man nasse Schuhe bekommt. Einzig Thorben habe ich rueber getragen, er hatte nicht wirklich richtige Wanderschuhe sondern nur Trekkinghalbschuhe und da wäre das Wasser reingeschwappt. Und bevor er nun erst umständlich das Schuhwerk tauscht, habe ich ihn halt getragen.




Das hatten wir sogar zu Hause geuebt, damit er weiss wie er sich festhalten soll und damit ich sicher sein kann das er sich festhalten kann.

Die Huette bekamen wir dann bei nur einem verbleibenden km zur Sicht. Sie lag direkt unter uns. Dies bedeutete aber auch einen sehr steilen Abstieg und das ging nochmal richtig in die Beine. Berghoch ist ja schon anstrengend aber fuer die Gelenke ist bergab eindeutig schlimmer.

Und was man auch noch sah war der Anstieg den der Wanderweg auf der anderen Seite des Tales vollfuehrte und der uebermorgen auf uns wartete aber das verdrängten wir erstmal, morgen war ersteinmal Ruhetag angesagt.

Nach 10 Stunden Wanderung kamen wir gehen 19 Uhr an der Huette an. Mit den 10 Stunden lagen wir ueberigend genau innerhalb der angegebenen Zeit des Wanderbuches, welches von 9-11 Stunden spricht. So war es dann uebrigens auch jeden Tag, die Zeitangaben sind also sehr realistisch und gut zu schaffen.

Kaum an der Huette angekommen entdeckte Sven ein Schild das man sich von der nächsten zur uebernächsten Huette mit dem Boot fahren lassen kann. Und plötzlich sind Alternativen geboren von denen man bei Antritt der Wanderung nichts wusste. Aber eigentlich war es ja nicht unsere Absicht, irgendwas abzukuerzen aber man weiss ja nie und eine Alternative zu haben ist nie verkehrt.

Das Brennen unter meinen Fuessen hat sich dann letztendlich doch noch in Blasen verwandelt, na super auf jeder Seite eine grosse Blase am Fussballen. Und nur noch 4 Blasenpflaster uebrig.

Zum Abendbrot gab es dann Schinkenhörnli, aus Deutschland, so ein Zeug in der Tuete was man mit nem halben Liter Wasser anruehrt und ein paar Minuten kocht. Perfekt fuers Wandern eigentlich.

Und hier noch ein paar Fotos der heutigen Etappe:





mittendrin kann der Weg schon auch mal aufhören




4. Tag Ruhetag, Badetag

Der Tag begann mit herrlichstem Sonnenschein.

Beim Fruehstueck habe ich mir mal wieder was gelernt, da wir ja mit Haferbrei ueberhaupt nix anfangen können (fast alle Wanderer essen dies jeden Tag zum Fruehstueck) weichen wir ja auch Griesbrei aus. Ich hatte also Gries, das benötigte Milchpulver und ein paar getrocknete Fruechte vakuumverpackt. Das erwies sich als keine gute Idee. Durch das vakuumieren klumpte das Obst zu einem einzigen Klumpen zusammen und mit ihm auch das Milchpulver, einen ordentlichen Griesbrei zu kochen war da ziemlich unmöglich. Es war mehr Wasserbrei den wir aber dank dem zusätzlich mitgenommen Milchpulver doch noch zu etwas heilwegs Essbaren aufpeppen konnten. Nächstes Mal also die Fruechte extra packen und nicht vakuumverschliessen.

Aufgrund des tollen Wetters beschlossen wir, zum Fluss hinunter zu gehen und ein Bad zu nehmen oder uns zumindest mal zu waschen. Gesagt getan, der Fluss ist nur ca. 300m von den Huetten entfernt und mal von dem steilen Abstieg abgesehen auch gut zu erreichen.





Am Ufer entlang gab es jede Menge Rentierspuren und sogar frische Elchspuren.




Der Fluss fuehrte relativ wenig Wasser und war ziemlich flach aber nach einigem Suchen fand ich dann doch hinter einem grossen Stein eine tiefere Stelle die perfekt fuer ein Bad geeignet war zumal man alle Utensilien perfekt auf dem Stein ablegen konnte. Ich fand das Wasser auch nicht zu kalt, auch wenn natuerlich das Haare waschen schon grenzwertig war. Aber es geht doch nichts ueber ein frisches, sauberes Gefuehl mitten in den Bergen. Wir verbrachten dann noch etwas Zeit am Fluss



bevor wir wieder zur Huette hochstiegen. Dort packte unsere Kinder alsbald die Langeweile und so wurden sie kurzerhand zu Huettenwirtgehilfen, wiesen Neuankömmlingen Zimmer zu und erteilten Auskuenfte.

Unter anderem kam heute ein Paar aus Deutschland an. Im Gespräch stellte sich heraus das sie aus Dresden waren und in die gleiche Richtung unterwegs waren wie wir. Nur das sie den gesamten Weg absolvieren wollten und manche Huetten ueberspringen wollten mal davon abgesehen das sie keine Pausentage eingeplant hatten. Als sich herausstellte das sie am gleichen Tag wie wir in Kvikkjokk ankommen wollten boten wir ihnen an, sie mit nach Jokkmokk zu nehmen wo sie ihr Auto stehen hatten. Busfahrtechnisch war nämlich nun Nebensaison und es fuhr nur noch ein Bus von Kvikkjokk, 5.20 Uhr am Morgen, sprich sie hätten noch einmal in Kvikkjokk uebernachten muessen bevor sie nach Jokkmokk gekommen wären. Wir verabredeten uns also zwanglos fuer 17.45 Uhr am Helikopterlandeplatz, wenn sie da sind können sie mitfahren, wenn nicht, nicht (sie wussten es noch nicht 100 prozentig, kommt ja auch bisl drauf an ob ihr Zeitplan aufgeht).

Irgendwann am Nachmittag war ich an der Wasserstelle um unsere Gummischuhe zu waschen. Danach sass ich einfach eine Weile dort um das Rauschen des Wassers und die Einsamkeit zu geniessen als plötzlich ein Rentier aus dem Gebuesch genau auf mich zugerannt kam. Als es mich entdeckte blieb es kurz stehen, beschloss dann aber das es unbedingt da lang musste und lief in einem Abstand von 2 Metern an mir vorbei.

Am Abend huellte der Sonnenuntergang die Berge in ein tolles Licht, aller 5 Minuten war es anders






bevor dann rabenschwarze Wolken am Himmel aufzogen. Da wo ich vor einer halben Stunde noch die Berge fotografiert hatte sah man nun nur noch eine schwarze Wand und die Berge waren spurlos verschwunden.

Was meine Männer natuerlich wieder die alternative Bootsfahrt in den Kopf brachte. Wenn morgen das Wetter schlecht ist, wollten sie noch einen Tag in Låddejåkkå bleiben und diesen verlorenen Tag mit der Bootsfahrt wieder reinholen. Als ich sie jedoch darauf hinwies, das wir dann auch die 24km irgendwann noch einmal gehen muessen weil wir ja dann die Strecke nicht komplett gelaufen seien, war die Bootsfahrt wirklich nur noch ein Notnagel.

5. Tag Låddejåkko-Arasluokta 13km – von wegen schöne Aussicht

Es regnete und stuermte die ganze Nacht.

Als ich aufwachte hatte ich leichte Halsschmerzen und etwas Schnupfen, dies gab sich aber mit der Zeit wieder und ich legte dem keine Bedeutung zu.

Die heutige Etappe sollte unter anderem die tollsten Aussichten des ganzen Padjelantaleden bieten, bis an den Atlantik und auf die Berge des Sarek. Momentan sahen wir gar nichts, die Wolken hingen so tief das nichteinmal die umliegenden Huegel ganz zu sehen waren.

Da es nur noch nieselte und der Gedanke daran, die 24 km nochmal gehen zu muessen doch recht abschreckend war, beschlossen wir nach dem Fruehstueck, die heutige Etappe in Angriff zu nehmen. 13 km ist ja nun auch nicht so lang.

Ich hatte gestern noch eine kleine Tafel Schokolade gegen mehrere Blasenpflaster eingetauscht (muss man sich mal vorstellen, ich gebe freiwillig Schokolade weg) und diese wurden an Leif Erik, mich und Sven verteilt, auch Sven hatte sich an der Ferse etwas aufgerieben.

Mein erstes Blasenpflaster hatte sich schon verabschiedet als ich auf dem Weg zur Toilette war und das andere habe ich dann bei der ersten Pause entfernen muessen. Meine Blasen waren wirklich an einer sehr unguenstigen Stelle. Aber ich empfand keinen Unterschied ob ich mit oder ohne Pflaster lief, wenn man sich ersteinmal durch den Schmerz gelaufen hat ging es ganz gut. Nur nach jeder Pause waren die ersten 100-200 Meter jedes Mal die Hölle, bis man sich wieder eingelaufen hatte.

Nach einem Ruhetag sah der Anstieg der auf uns wartete auch gar nicht mehr so steil aus, irgendwie hatte man sich dran gewöhnt.

Frohen Mutes marschierten wir also los, sahen aus wie Fjällpiraten und hofften das das Wetter im Laufe des Tages oder im nächsten Tal noch etwas aufklaren wuerde.




Zunächst ueberquert man kurz nach der Huette einen Canyon mittels einer Bruecke bevor dann der Aufstieg zum Pårkkapass beginnt.




Leider wurde das Wetter nicht besser, im Gegenteil, je höher wir kamen um so mehr fing es an zu wehen, dazu der Niesel und null Sicht da wir durch die Wolken liefen. Dies hat natuerlich auch was Gutes, man sieht den Weg vor sich nicht und weiss nicht wie steil oder schwer dieser wird aber wie gesagt, die tolle Aussicht konnten wir leider ueberhaupt nicht sehen. Selbst ein Pause machen war nicht möglich da es einfach so ungemuetlich war und so legten wir die Strecke ziemlich zuegig zurueck. Unterwegs zogen wir dann sogar noch Handschuhe an, zumindest die die ihre fanden, sprich Sven und Leif Erik. Thorben musste sich wie auch schon letztes Jahr mit Socken zufrieden geben (was aber nicht weniger gut funktionierte) und ich hatte halt keine.

Im Grossen und Ganzen geht es bei dieser Etappe hoch zum  Pårkkapass und auf der anderen Seite wieder runter. Der Aufstieg ist ja dabei nur die eine Seite, der Abstieg ist viel schlimmer. Und getreu des Mottos nach dem Huegel ist vor dem Huegel muss man, kaum hat man das nächste Tal erreicht, noch den nächsten Huegel hoch und wieder runter um zu den Huetten zu gelangen.

Bevor wir dies aber in Angriff nahmen, machten wir endlich eine wohlverdiente Pause, ca. 3 km vor dem Ziel, an einem Fluss. Hier war das Wetter etwas besser, wir befanden uns nun wieder unter und nicht mehr in den Wolken und es wehte hier unten im Tal auch nicht mehr so.




Als wir nochmal im Buch nachlasen was uns auf dem letzten Stueck erwartete, sahen wir das wir theoretisch bereits eine Watstelle passiert hatten, hm, gemerkt haben wir davon nichts, klar, ein paar kleiner Bäche musste man schon ueberqueren aber warum nun einer davon eine Watstelle war blieb uns verborgen.

Nach der Pause nahmen wir dann die letzten km in Angriff. Der zweite Anstieg des Tages war gar nicht so wild,




der Abstieg dagegen hatte es nochmal in sich. Steil, steinig, nass und teilweise durchs Gestruepp. Nach 5 Stunden Wanderung, kurz nach 14 Uhr kamen wir dann in Arasluokta an.



Blick auf das Samendorf Arasluokta



Da sich an diesem Tag ausser uns nur die zwei Dresdner in diese Richtung aufmachten und diese Arasluokta ueberspringen wollten freuten wir uns schon darauf, so ziemlich alleine zu sein. Tja, denkste, von Låddejåkkå aus ist zwar niemand los aber aus Staloluokta waren so viele gekommen das schon in jeder der 6 Huetten jemand wohnte.

Wir gingen zu jeder Huette aber ueberall war schon jemand. Wir versuchten dann noch eine Dame, welche alleine in einer 4-Bett-Huette wohnte, dazu zu bewegen, in eine andere Huette zu gehen aber dazu war sie nicht bereit. Also blieb uns nichts anderes uebrig als in eine 6-Bett Huette zu ziehen und diese mit einem älteren Paar zu teilen. Zu unserer Ueberraschung erklärten diese sich aber plötzlich bereit umzuziehen, so das wir die Huette fuer uns alleine haben könnten. Ob sie einfach nur nett waren oder schlicht und ergreifend ihre Ruhe wollten und nicht mit zwei Kindern in einer Huette uebernachten wollten weiss ich nicht auf jeden Fall waren wir sehr dankbar darueber.

Und sie wären es auch gewesen wenn sie gewusst hätten welche Nacht uns bevorstand. In dieser Nacht wuchsen nämlich die leichten Halsschmerzen und der Schnupfen zu einer erwachsenen Erkältung heran und ich habe die ganze Nacht kaum geschlafen, kämpfte statt dessen mit laufender Nase und Halsschmerzen. Na super. Und morgen sollten wir endlich in Staloluokta ankommen wo man eine Sauna hat. Diese konnte ich mir nun aus dem Kopf schlagen, Sauna mit Erkältung geht gar nicht, da wird alles nur noch schlimmer.

Aber zurueck nach Arasluokta. Kaum war die Schlafsituation geklärt kam der Sami welcher die Huetten betreibt und öffnete den Kiosk. Er hatte ein ziemlich breites Sortiment muss ich sagen aber wir hatten ja im Prinzip alles mit. Cola gab es leider auch nicht, dafuer hatte er aber Sirup anzubieten, den hatte er aber zu Hause und wollte ihn dann später vorbeibringen. Ansonsten kauften wir noch einen geräucherten Fisch und fuer Sven ein Bier.

Als wir unsere Betten in Beschlag nahmen merkte ich sofort das diese breiter waren als bisher, das Bettlaken sass plötzlich wie es sitzen soll und war nicht mehr zu gross. Normalbreite Betten...ein Luxus. Noch mehr Luxus gab es dann mit der Tafel Schokolade die ich spendierte, wieder 100 gr. weniger die ich die nächsten Tage tragen musste und gut fuer die Wandermoral.

Und als dann der Huettenwirt gegen 18 Uhr auch noch mit dem Sirup kam konnte die Stimmung nicht besser sein.

Zum Abendbrot gab es dann Spaghetti mit Hackfleischsosse, die Spaghetti waren ganz normale wie man sie kaufen kann und die Hackfleischsosse hatte ich getrocknet. War gar nicht mal so schlecht, nächstes Mal nehmen wir vielleicht noch etwas Parmesan mit dann ist es perfekt. Und während wir assen weideten draussen direkt vorm Fenster die Rentiere. Was fuer eine Idylle.

Rentiere fressen uebrigens offensichtlich auch Pilze. Sven hatte nämlich unterwegs eins dabei erwischt. Als Sven kam hob das Rentier den Kopf mit einem Pilz im Maul, die Hälfte davon hat es zwar auf der Flucht verloren aber es gab ja zum Glueck ausreichend davon.

Fuer morgen war angeblich gutes Wetter angesagt, die Bootsfahrt kommt also nicht in Frage. Zumal ich mir denke das diese recht teuer ist, wir haben ja heute schoneinmal einen Ueberblick bekommen wie weit man da eigentlich fahren muss.

Und hier noch ein paar Fotos der heutigen Etappe:













6. Tag Arasluokta-Staloluokta 12 km – endlich geniessen

Wie schon gesagt schniefte ich die ganze Nacht rum. Zum Glueck standen heute nur 12 km auf dem Programm und morgen war Ruhetag.

Das Wetter hatte sich wirklich gebessert. Besser geht es eigentlich auch gar nicht, strahlend blauer Himmel erwartete uns und die Sonne wuerde auch bald hinter den Bergen hervorkommen.




Eine kleine Entschädigung fuer gestern, jedoch bringt uns das die verpassten Ausblicke auch nicht zurueck. Als ich zum Spass sagte das wir heute nochmal zuruecklaufen auf den Pass zum Aussicht geniessen wurde ich von der Restlichen Wandertruppe augenblicklich fuer verrueckt erklärt.

Auf der Veranda befand sich noch der Reif von der Nacht und beim Fruehstueck konnten wir wieder die Rentiere durchs Fenster beobachten wie sie sich ein Polster fuer den bevorstehenden Winter anfrassen. Ich hatte auch dazugelernt und separierte heute das Milchpulver weitestgehend von getrockneten Fruechten so das es doch ein ganz passables Essen wurde.

Gegen 9 Uhr hatten wir dann alles gepackt, die Huette sauber gemacht und begaben uns auf die im Buch als leichte, gut zu gehend beschriebe Strecke. Es stellte sich jedoch heraus das diese auch nicht viel anders war als die gestrige. Es ging zunächst bergauf, lange bergauf, dann an der Bergflanke lang und dann runter und wieder hoch und wieder runter.... Aber diesmal eben wirklich mit fantastischer Aussicht.

Sven hatte sich auf eine leichte Wanderung eingestellt und fand die Strecke einfach nur furchtbar, ich dagegen genoss jeden Schritt (ausser die 100 Schritte jeweils nach den Pausen, wegen den Blasen und die letzten 2000 Schritte da steiler Abstieg), ich mochte diese Strecke wirklich, ich weiss auch nicht warum. Dank des tollen Wetters machten wir heute auch mal mehr und länger Pause. Meine Erkältung machte mir zum Glueck nur unterschwellig zu schaffen.

Da sich die Grössere meiner Blasen gestern wieder mit Fluessigkeit gefuellt hatte opferte ich heute eins meiner guten Blasenpflaster und das funktionierte ganz gut.

Bei unserer letzten Rast sassen wir an einer tollen Stelle, umgeben von kleinen Seen, mitten auf dem Hochland, auf einem grossen Stein.





Und wie wir so da sitzen und die Stille und Einsamkeit geniessen hören wir hinter uns ein trapp-trapp. Als wir uns rumdrehten sehen wir ein Rentier was versucht hatte hinter unserem Ruecken vorbeizuschleichen. Aber die Hufe klingen nunmal auf Stein.




Trotz langer Pausen und einem furchtbar steilen Abstieg sowie einem letzten Stueck was sich wie Gummi schier unendlich in die Länge zog kamen wir schon 13.45 Uhr in Staloluokta an. Wir bezogen zunächst ein Zimmer denn die Rezeption war erst ab 18 Uhr wieder besetzt (so ähnlich erlebten wir es in mehreren Huetten, man kommt einfach, sucht sich ein freies Bett und gegen 18 Uhr kommt dann der Huettenwart rum um abzukassieren).

Hier in Staloluokta gibt es auch einen Kiosk, ein paar Hundert Meter von der Uebernachtungshuette entfernt. Dieser machte 16 Uhr auf. Dort geht man also hin, drueckt auf eine Klingel, dann kommt jemand aus dem Haus dahinter, geht rein und macht die Fensterluke auf durch die man bestellt.




Selbstverständlich gönnten wir uns eine Cola, Bier fuer die Sauna fuer Sven, Kekse, Geräucherten Fisch und Glödkaka-duennes, ueber Feuer gebackenes Brot.

Während die Jungs wieder zurueck zur Unterkunft gingen machte ich noch einen Abstecher zur Vertretung von Fiskflyg mit denen wir ja in 3 Tagen fliegen wollten. Ich wollte einfach mal wissen, ob man den Landeplatz leicht findet und wie das so funktioniert.

Die Antworten waren im Endeffekt nicht wirklich sehr vielsagend und ich war nicht viel schlauer als vorher. Es steht vielleicht ein weisses Schild mit einem H, es steht vielleicht das alte Klo, es steht vielleicht ein Schild was die Nationalparksgrenze markiert. Sicher war aber keine der Alternativen. Nur das man einfach dort wartet, bis der Pilot aussteigt und das Gepäck eingeladen hatte, soviel war sicher.

17 Uhr war dann Frauensauna, leider nicht fuer mich aber ich ging natuerlich trotzdem hin um mich zumindest zu waschen. Selbst das ist ein Genuss endlich mal wieder warmes Wasser ueber sich giessen zu können. Man fuehlt sich gleich wie neugeboren. Und die Sauna hat auch wirklich eine tolle Lage, direkt an einem See mit Sandboden wo man nach dem Saunagang reinhuepfen kann.




18 Uhr bin ich dann zur Rezeption unser Zimmer bezahlen und uns ins Fahrtenbuch einzuschreiben. Ein solches liegt in jeder Huette aus und da schreibt man sich ein, wo man herkommt wo man hinwill und wie man heisst so das im Falle eines Verschwindens nachvollzogen werden kann bis wohin man gekommen ist und ob man eventuell seine Route geändert hat.

Und da sehe ich doch das eine Nacht vorher eine Frau aus Harads sich dort eingeschrieben hat. Na so ein Zufall. Leider wussten wir nicht wer es ist das ist eben der Nachteil wenn man sich immer nur mit Vornamen anredet, wir kennen viele Marias aber ob wir auch diese kannten. Nach Aussage des Huettenwirtes wollte sie aber am nächsten Tag wieder vorbeikommen, so da wuerden wir sie treffen.

18.30 Uhr war dann Männersauna und während Sven mit den Jungs es sich in der Sauna gutgehen liess kuemmerte ich mich schonmal ums Abendbrot. Die Sauna liegt uebrigens wirklich ganz toll, an einem kleinen See, mit Sandboden in den man wenn man möchte nach der Sauna reingehen kann.

Generell waren hier in Staloluokta erstaunlich wenige Leute, insgesamt nur 10 Stueck. Mehr als in allen Huetten bisher. Und ich dachte nun gerade das in Staloluokta mehr Leute sind da man ja hier mit dem Helikoter herfliegen kann und eben solche Annehmlichkeiten wie Kiosk und Sauna hat. Aber gut, wie sagt Sven immer so schön, denken ist nicht wissen.

Von der Kueche der Fjällstation hat man uebrigens eine unglaublich tolle Aussicht auf den See und die Berge in Norwegen so das wir uns viel hier aufhielten und Karten spielten oder Rätsel lösten.

Am Abend zogen dann wieder viele Wolken auf und es sah nach Regen aus.

Und hier, wie ueblich, ein paar Fotos der heutigen Etappe:














die Möglichkeit Helikopter zu fliegen wird rege genutzt


die Kirche von Staloluokta<

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Donnerstag, 01. September 2016

Sendetermin
Von filainu, 14:22

So, nun wurde mir auch der Sendetermin des Doku-Filmes mit Wolfgang Stumph mitgeteilt. Er kommt am 30.10.2016 um 20.15 auf dem MDR.

Am 24.10.2016 wird er 19 Uhr im Kristallpalast in Dresden als Kinovorfuehrung gezeigt.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Beendigung des Internetauftrittes
Von filainu, 10:50

Ich wollte euch nur mitteilen, das ich meine Webseite heute gekuendigt habe. Wir hören ja nach dem Umzug auf mit vermieten und verkaufen das Ferienhaus und da brauche ich die Seite nicht mehr. Wer meinen Blog bisher immer ueber die Webseite besucht hat, der kann ihn in Zukunft unter wunderbarer-norden.beeplog.de direkt erreichen.

Bis zum Ablauf der Kuendigungsfrist wird die Webseite aber (vermutlich) noch online sein.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Dienstag, 30. August 2016

Die Zivilisation hat uns wieder
Von filainu, 19:26

Wollte uns nur kurz von unserer Wanderung zurueck melden. Mit dem Bericht dauert es leider noch etwas, denn der Alltag hat uns schon wieder im Griff, neben der Arbeit muss man nun auch schon fuer den Winter vorsorgen, gestern war ich Blaubeeren sammeln, die wurden heute zu Marmelade und heute haben wir 4 Eimer Rote Johannisbeeren gepflueckt die werden morgen zu Saft.

Also, etwas Geduld, ich arbeite dran

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Sonntag, 14. August 2016

Hotelempfehlung
Von filainu, 08:29

War jetzt aus privaten Gruenden auf einem Kurztrip in Deutschland und auf dem Rueckweg passten die Fluege einfach nicht, so das ich in Stockholm uebernachten musste.
Ich hatte das Radisson Arlandia gebucht, nicht das was direkt im Flughafen ist sondern das was etwas vom Flughafen entfernt liegt und mit Shuttlebus erreichbar ist.

Ich war wirklich begeistert. Wenn man erstmal weiss mit welchem Bus man fahren muss ist alles super organisiert. Der Bus zu diesem Hotel fährt uebrigens vor jedem Terminal auf Haltestelle 3. Das hatte ich auch im Internet gelesen aber als der Bus kam und da nur etwas von Parkplatz Alfa am Bus stand dachte ich das kann nicht stimmen. Habe dann alle Haltestellen abgesucht, Busse zu jedem möglichen Hotel gefunden nur nicht zum Radisson.
Ein Anruf im Hotel reichte aber um fuer Klarheit zu sorgen, es ist tatsächlich der Bus zum Parkplatz Alfa, der hält unterwegs am Hotel (und unter anderem auch am Jumbohostel).
Der Bus fährt auch 4x pro Stunde zwischen um 4 und 24 Uhr so das alsbald der nächste kam. Und schon der Busfahrer super freundlich, begruesst jeden Fahrgast sehr nett.

Das Hotel auch sehr empfehlenswert, sauber, super Betten, super Service, super ruhig. Das Fruehstueck auch toll und da ich nur mit Handgepäck reiste brauchte ich nicht so zeitig am Flughafen sein. 1 Stunde vor Abflug nahm ich den Bus zum Flughafen (wieder super freundlicher Busfahrer), ne Viertelstunde später war ich schon durch die Sicherheitskontrolle und am Gate. Reibungslos.

Ich weiss gar nicht ob ich es schon erwähnte, aber wir haben von Norwegian alle unsere Ausgaben fuer die Autofahrt nach Stockholm wiederbekommen, die nicht genutzten Fluege, Kilometerentschädigung, das Fruehstueck und die 250 Euro pro Person die einem zustehen wenn der Flug so kurzfristig abgesagt wird.

Allerdings kann ich Norwegian trotzdem nicht empfehlen. Als ich die Fluege nach Deutschland buchte hatte ich die Wahl, mit Norwegian von Luleå und dann 4 h Aufenthalt in Stockholm oder fuer 20 Euro mehr mit SAS von Luleå, dann 1h Aufenthalt und mit Norwegian weiter. Ich entschied mich fuer letzteres, zum Glueck. Der Norwegianflieger von Luleå hatte nämlich so viel Verspätung das ich den Anschlussflug in Stockholm nicht mehr bekommen hätte.

Und generell ist Puenktlichkeit nicht mehr so gross geschrieben wie es scheint, von 4 Fluegen ist 1 einziger puenktlich gestartet, nämlich der SAS Flug. Die anderen 3 alle Norwegian sind alle zu spät gestartet und zwei davon auch zu spät gelandet, einer konnte den Verzug unterwegs wettmachen. Wer also mit Norwegian fliegt, auf jeden Fall längere Umsteigzeiten einplanen.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Sonntag, 07. August 2016

Vorbereitungen
Von filainu, 10:41

Nun stecke ich schon voll in den Vorbereitungen unserer Wanderung.

Eins ist sicher, eine schlechte Planung kann man mir nicht unterstellen, hier mal ein Blick auf meine Einsatzzentrale:



Da sich die Wanderung ja bis ueber den Schulanfang hinaus erstreckt, ging nicht anders da ich nächste Woche ersteinmal noch zu einem wichtigen privaten Termin nach Deutschland möchte, haben wir natuerlich schon das Schulfrei beantragt und genehmigt bekommen.

Der Helikopter ist gebucht, ebenso das Zimmer in Ritsem. Die Busverbindungen sind rausgesucht, und ich habe schon begonnen die ersten Lebensmittelvorräte zusammenzutragen. Das Lustige ist wir muessen fast nichts kaufen da ich alles schon nach und nach zusammengesammelt habe. Auch ist schon fast alles an Fleisch und Wurst getrocknet, nur Huehnchen muss ich noch machen.



Ansonsten ist der Sommer hier definitiv vorbei, gerade sah ich das sich die Schwalben schon versammeln. Nachts wird es nun richtig kuehl und oft gibt es Nebel.

Haus technisch kann sich mit etwas Glueck in den nächsten Wochen auch so einiges entscheiden, nächste Woche haben wir noch eine Hausbesichtigung fuer unser Haus, schon die 3. fuer die gleichen Leute, danach wird sich sicher entscheiden ob oder ob nicht sie das Haus kaufen wollen und auch wir haben ein Haus gefunden was uns zusagt, wir halten uns da aber noch etwas zuruck und warten ersteinmal ab was passiert, wir hatten einen Besichtungstermin vor den eigentlichen Terminen welche erst nächste Woche sind. Diese muessen wir ersteinmal abwarten und schauen was passiert. Aber nach dem Wanderurlaub sind wir da auch schon schlauer.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Donnerstag, 04. August 2016

Bornholm
Von filainu, 05:43


Bevor wir schon bald unser letztes Abenteuer in diesem Sommer antreten, eine Bergwanderung, kommt hier ersteinmal unser Inselurlaubsbericht.

Erster Tag, Anreise

Wie neulich schon berichtet hatten wir Gefallen am Nachtfahren gefunden. Folglich starteten wir auch diesmal abends, 22 Uhr. Da wir ja, je länger wir weg sind, umsomehr Arbeit aufzuholen haben versucht man natuerlich, den Urlaub nicht unnötig in die Länge zu ziehen vor allem nicht wenn es um An- und Abreise geht. Daher wollten wir die Strecke bis nach Ystad (reichtlich 1600km) in einem Ruck durchfahren, ohne Zwischenuebernachtung. Die Fähre ging abends 20.30 Uhr und da man ja etwas Marginal mit einrechnen muss bei so einer langen Strecke war wie gesagt der Start 22 Uhr.

Ich hatte es sogar geschafft mich nachmittags etwas hinzulegen, also waren die Aufgaben beim Start klar verteilt, ich steuerte und Sven sollte versuchen, zu schlafen.

Und auch diesmal gab es wieder jede Menge Elche zu sehen. Die ersten zwei standen gleich in Sunderbyn hinterm Wildzaun und schauten auf die Strasse, eine Art Abschiedskomitee. Und bis 100 km vor Umeå sollten noch 6 weitere Elche gesichtet werden. Hach ich bin immernoch ganz verrueckt nach diesen Tieren.

Die Fahrt ging relativ geschmeidig, wir kamen gut voran. Selbst am Vormittag durch Stockholm war kein Problem. Man wurde zwar auf der Autobahn gewarnt man solle Umleitung fahren da es auf einer Bruecke zu massiven Behinderungen fuehren könne aber eben gerad enicht als wir dort langfuhren und ich war froh das wir nicht Umleitung gefahren sind. Kurz nach Stockholm machten wir dann ersteinmal einen Einkaufsstop. Schliesslich braucht man im Urlaub auch was zum Beissen und man weiss ja nie wie die Preise auf so einer Insel sind.

Dann fuhren wir gleich erstmal in die falsche Richtung auf die Autobahn, das macht dann gleich nen Umweg von 28km, da die nächste Abfahrt 14km entfernt lag. Ein Glueck das wir genug Zeitpolster hatten. Gegen halb 11 hielten wir dann an einem wirklich schönen Parkplatz, an einem Fluss und mit jeder Menge Obstbäumen und -sträuchern. Hier pausierten wir etwas länger und machten eine Art Brunch, also ein spätes Fruehstueck und gleichzeitig ein zeitiges Mittag. Das Wetter passte auch.




Wir hatten den Parkplatz verlassen und noch nichteinmal richtig Reisegeschwindigkeit erreicht als sich plötzlich der Himmel öffnete und es aus Eimern goss. Selbst der Turbogang des Scheibenwischers (wo man denkt gleich fliegen die Scheibenwischer davon) schaffte diese Wassermassen nicht und so hiess es, langsam fahren bis das Unwetter vorbei ist. Eine halbe Stunde später dann noch einmal das gleiche Spiel und ich bewunderte die Besonnenheit der Autofahrer, es wurde stets sofort die Geschwindigkeit angepasst, auch auf der Ueberholspur.

Als sich dann abzeichnete das wir gut in der Zeit liegen liessen wir es auch etwas langsamer angehen. Wir assen gemuetlich einen Eisbecher in Höör und kamen dann am Nachmittag in Ystad an. Nun mussten wir uns noch die Zeit bis zur Abfahrt vertreiben und fuhren zu den Ales Stenar, eine alte Schiffsetzung aus der Wikingerzeit. So heisst es zumindest.




Ich persönlich konnte da nicht mal ein Schiff drin erkennen, das hätte auch ein Auge oder sonstwas sein können aber egal, wir haben es mal gesehen und die Aussicht von da oben war schon toll. Was mich nur immer wieder wundert sind die Touristen. Ich meine das man an so einem Platz nicht alleine ist ist mir schon klar aber muessen die Kinder denn wirklich auf jedem der gefuehlt 100 Steine mal draufgestanden haben? Und warum legt man sich mitten auf eine Wiese, die uebersäht mit Schafskacke ist so das man gar keine Stelle finden kann wo man nicht drin liegt und ausserdem unzählige Touristen direkt an einem Vorbeilaufen?




Danach sind wir noch zum Hafen gegangen und haben Abendbrot gegessen, Sven einen Krabbenburger (Spongebob lässt gruessen) und ich hatte eine Art Fischfrikadelle mit lecker hausgemachtem Kartoffelbrei.




Danach war es dann auch Zeit zum Schiff zu fahren. Wir waren beide doch sehr muede und freuten uns schon auf unsere Hotellbetten. Die Huette auf dem Campingplatz hatten wir ja erst ab Samstag gebucht, so das wir erstmal eine Nacht in Ystad im Hotel uebernachten wollten um dann ausgeruht nach der langen Reise unsere beiden Jungs wiederzutreffen, welche mit meinen Eltern ebenfalls am Freitag angereist sind.





Die Ueberfahrt erinnerte mich schwer an unser Nordkapabenteuer, das Schiff schaukelte wirklich sehr hin und her, ich kämpfte mit der Uebelkeit, an ein Nickerchen war nicht zu denken.

Die Fähre kam puenktlich in Ronne an und wir fuhren zum Hotel. Dieses war jedoch verschlossen. Ok, war ja schon spät aber ich hatte bei Buchung die vorraussichtliche Ankunftszeit mit zwischen 22-23 Uhr angegeben, man wusste also das wir kamen. Dachte ich.

Auf der Rueckseite des Hauses gab es ein Porttelefon welches ich benutzte. Eine Frau antwortete und war ganz erstaunt als ich sagte wir hätten ein Zimmer gebucht. Sie hätte keine Buchung. Sie käme aber trotzdem vorbei.

Wir warteten mindestens eine halbe Stunde, es tat sich nichts, es kam niemand. Ihr könnt euch vorstellen wie es uns ging, wir wollten einfach nur schlafen und dann das. Noch dazu waren die Akkus unserer Handy auch nahezu null, grossartig rumtelefonieren ging also auch nicht. Nun, was soll man machen.

Wir fuhren etwas in der Stadt rum und suchten nach anderen Hotells oder Unterkuenften aber die meisten hatten schon zu um diese späte Zeit. Wir fuhren dann zur Tankstelle und fragten ob man dort eine Idee hätte wo wir noch ein Bett fuer die Nacht bekommen aber ausser den Hotels wussten diese auch nichts. Aber immerhin durften wir deren Telefon benutzten und bisl rumtelefonieren. Aber bei denen die noch offen hatten kam immer die gleich Antwort: ausgebucht. Nun war guter Rat teuer.

Wir fuhren noch zum Raddisson Blue Hotel, diese hatten nicht geantwortet aber eigentlich 24 h offen. Das Hotel war auch offen, man konnte reingehen aber es war kein Personal da. Es gab ein Telefon wo man den Höhrer abnehmen sollte und auf Antwort warten sollte aber es antwortete niemand. Wir hätten dort in Ruhe das ganze Restaurant ausräumen können, es hätte keiner gemerkt. Aber danach stand uns nicht die Lust wir wollten nur schlafen.

Um das ganze abzukuerzen, bis 1 Uhr in der Nacht suchten wir noch vergeblich nach einer Unterkunft und beschlossen dann notgedrungen die Nacht im Auto zu verbringen. Wir fuhren zum Campingplatz, stellten uns auf den Parkplatz und versuchten zu schlafen. Nach 10 Minuten sprach Sven aus was ich auch schon dachte, es geht nicht hier zu schlafen. Also fuhren wir wieder und suchten uns einen Parkplatz im Wald. Irgendwann gegen 2 Uhr versuchten wir dann, etwas zu schlafen.

Tag 2 Samstag

Nun sind unsere Autositze nicht die bequemsten, auch wurde es kalt im Auto und wir hatten weder Decken noch sonst irgendetwas mit was uns die Nacht hätte angenehmer machen können, kein Wunder also das wir 4.30 Uhr schon wieder wach waren und nicht mehr einschlafen konnten. Und so fuhren wir wieder los und umrundeten die Insel, beim Autofahren vergeht die Zeit eigentlich recht schnell, kostet halt nur Benzin. Dann kamen wir wieder am Parkplatz an der eigentlich direkt am Meer lag und gingen noch ein Stueck spazieren. Die Insel kannten wir nun schon fast in und auswendig, zumindest die Strassen selbiger.

Danach machten wir uns auf den Weg zum Campingplatz. Wir hatten in der Nacht schon nach den Öffnungszeiten gekuckt und die Rezeption sollte 7.30 Uhr aufmachen. Wir setzten unser letztes Fuenkchen Hoffnung darin, vielleicht schon vorzeitig ins Ferienhaus zu können, denn bis 15 Uhr zu warten hätten wir wohl wirklich nicht mehr durchgehalten, immerhin waren wir nun schon seit 48 Stunden wach.

Um 7 waren wir an der Rezeption und beschlossen gerade, noch einen Rundgang ueber den Campingplatz zu machen und mal zu schauen ob wir meine Eltern finden als ein Campinggast kam und meinte wir könnten ruhig reingehen, es wäre schon offen. Und tatsächlich, die Rezeption war schon offen da der Besitzer schon am Brötchen backen war. Und ob ihr es glaubt oder nicht, unsere Huette war tatsächlich schon frei. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie gluecklich wir waren. Wir suchten dann noch das Zelt meiner Eltern auf um Bescheid zu sagen das wir da waren und bis Mittag nicht gestört werden wollten aber dort herrschte noch absolute Stille also sind wir direkt zum Ferienhaus und haben ersteinmal bis Mittag geschlafen.



Dann kamen meine Eltern und die Jungs vorbei, die Wiedersehensfreude war natuerlich gross, immerhin waren die Jungs nun 3 Wochen ohne uns in Deutschland.

Wir beschlossen dann, ersteinmal einkaufen zu fahren, wir waren zwar auf der Hinfahrt einkaufen aber ihr wisst ja wie das ist, irgendwas vergisst man immer. Und während Sven mit den Jungs und meinem Vater zurueck zum Ferienhaus fuhr sind meine Mum und ich den Strandweg zurueck gelaufen.

Unterwegs trafen wir auf diese Gesellen, die man ueberall an der Kueste Bornholms sehen kann:




3 Tag Sonntag, Hammarshus

Am heutigen Tage stand zunächst ein Ausflug zur Festungsruine Hammarshus auf dem Programm, welche gar nicht so weit weg von unserer Unterkunft lag.

Während ich das Fruehstueck vorbereitete gingen meine 3 Männer im Pool baden.

Und nach dem Fruehstueck ging es dann auch gleich los Richtung Festung.




Zu unserem Erstaunen kostete weder der Parkplatz Gebuehr noch verlangte man Eintritt und man konnte sich alles anschauen. Wie liefen also dort eine Weile herum, genossen die tolle Aussicht, entdeckten den Burggeist und vieles mehr.







Wie man sieht gab es auch hier wunderliche Touristen die sich ausgerechnet an so einer ueberlaufenen Touristenatraktion fuer ein Nickerchen auf den Rasen legen. Nunja, wer es mag...

Danach fuhren wir zum Hammarhafen. Wir wollten mal sehen was es dort so gibt, laut Beschreibung z.B. einen windgeschuetzten Strand. Den Strand fanden wir aber von windgeschuetzt konnte keine Rede sein und so wie es an dem Tag windete war an Baden nicht zu denken.

Wir assen eine Kleinigkeit zu Mittag und stellten hier das erste Mal fest das man mit schwedischer Kreditkarte aufgeschmissen ist. (wohl nicht nur mit schwedischer, generell mit ausländischer). Man nimmt nur dänische Karten oder Bargeld. Bargeld allerdings nimmt man auch schwedische Kronen oder Euro, aber der Kurs ist natuerlich zu Ungunsten des Käufers, wir mussten also bei nächster Gelegenheit doch Bargeld beschaffen. Und das wo man es so gewohnt ist alles mit Karte zu zahlen.

Danach teilten teilten wir uns dann auf. Meine Mum und ich wollten wandern gehen, alle Jungs und Männer waren nicht von der Idee begeistert und zogen es vor, wieder zum Campingplatz zu fahren und statt dessen den Pool unsicher zu machen.

Und ich fuhr mit meiner Mum zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, ein schöner Sandstrand der auch gleich fuer die kommenden Tage abgespeichert wurde.




Ich hatte eine Beschreibung fuer eine 7km Wanderung gefunden und diese wollten wir gehen. Zunächst fuehrte uns der Weg immer an der Kueste lang, von der tollen Aussicht abgesehen kamen wir auch an einem kleinen Leuchtturm und einer Kapellenruine vorbei.






Auch war hier in diesem Gebiet der halbe Bauernhof vertreten, wir trafen auf Schafe, Kuehe, Ziehen und auch einen Hasen sahen wir.






Weiter ging der Weg, stets an der steinigen Kueste entlang.





Dann kamen wir an einem Vogelfelsen vorbei, was fuer ein Getöse dort war. Unzählige Möwen brueteten bzw wohnten hier, die Jungen waren schon fast so gross wie ihre Eltern (und wollten immernoch gefuettert werden).








Danach wurde der Blick frei auf die Festung Hammarshus und auch den Hammerhafen, ein tolles Panorama.




Kurz darauf fuehrte uns der Weg von der Kueste weg an mehrere Teiche, der eine war offensichtlich ein Angelteich und wurde als solches gleich im Hinterkopf gespeichert und der andere war ein alter mit Wasser gefuellter Steinbruch um den sich unzählige Menschen versammelt hatten. Den Grund bekamen wir dann auch gleich zu sehen, zum Einen gab es dort eine Klippe wo die ganz Mutigen runterspringen konnten und zum anderen gab es dort eine Zip-Bahn, also wo man so am Seil hängend runterrasen kann, man bekommt einen Gurt um, muss dann hoch auf die Felsen gehen und wird dann eingeklinkt um die 290 Meter runterzurasen und schliessliche im Wasser zu landen. Ach schwer zu beschreiben schaut einfach selbst:





Wir mussten auch auf den Berg hoch und kamen dann in der Fortsetzung zu einem Leuchtturm ganz oben auf dem Berg (Es gibt ja keine wirklichen Berge auf Bornholm, mit 70 Metern ueberm Meeresspiegel war der Huegel deshalb schon ein Berg).




Apropos Berge, Bornholm hat ja angeblich sogar ein Abfahrtsgebiet mit Lift und 3 Abfahrten, ehrlich gesagt wo das sein soll ist uns bis zum Schluss schleierhaft geblieben, immerhin sind wir die Insel mehrfach umrundet und auch wuer durchgefahren aber von einer Erhebung die auf ein Skigebiet hinweisen könnte war weit und breit nix zu sehen).

Jedenfalls konnte man auf den Leuchtturm hoch, auch das kostenfrei und von dort hatte man natuerlich eine unglaubliche Aussicht.




Dann haben wir unsere Wanderrunde noch vollendet, zum Schluss fing es auch noch an zu regnen, aber da erreichten wir auch schon das Auto. Irgendwie habe ich dann auch festgestellt das wir zweimal den Weg verfehlt haben und woanders langgegangen sind aber egal, wir haben zurueck zum Auto gefunden und das war die Hauptsache.

4.Tag Montag Roadtrip

Heute gingen meine Eltern und wir getrennte Wege, meine Eltern fuhren nach Arnager um nach Fossilien zu suchen und wir machten einen Roadtrip, sprich fuhren einfach die Kuestenstrasse entlang und hielten dort wo wir etwas interessantes fanden.

Nach dem Bad im Pool und dem Fruehstueck ging es los. Der erste Stop fuehrte uns nach Nexö zu einem Einkaufsbummel, ich brauchte dringend einen Guertel, das Stueck Wäscheleine was ich von meinen Eltern bekam war wirklich nur eine Notlösung. Und ausserdem wollten wir mal schauen was es so gab. Nicht viel muss ich dazu sagen aber immerhin ein Buch und schliesslich einen Guertel haben wir gekauft. Dann waren wir noch in der Touristinformation und haben uns mal bezueglich Angeln erkundigt, wie und wo und was es kostet.

Und weiter ging die Fahrt, durch Balka, nach Åkirkeby wo wir uns im Netto einen Salat zum Mittag gekauft haben, weiter zu einem Parkplatz wo wir selbigen zu uns nahmen und uns ein paar Kirschen pflueckten die ja wirklich ueberall auf der Insel rumstehen. Natuerlich muss man erfinderisch sein um an die leckeren Fruechtchen ranzukommen, denn mannshoch kann ja jeder pfluecken und da ist man selten der Erste.




Dann sind wir noch an einem Automuseum vorbeigekommen dem wir ebenfalls einen Besuch abstatteten.





Im weiteren Verlauf machten wir dann noch an einer Minigolfbahn Halt. Minigolfbahnen gibt es zwar ueberall auf der Insel, selbst auf unserem Campingplatz aber diese hier war besonders schön und deshalb wählten wir diese aus. 18 Löcher gab es zu spielen, mit Wassergraben, Sandbunkern und anderen Hinternissen, fast wie beim richtigen Golf nur eben im Miniformat. Natuerlich mussten auch wir hin und wieder den Ball aus dem Wasser fischen und die ein oder andere Bahn liess sich von keinem von uns bezwingen aber es hat auf jeden Fall Spass gemacht.





5. Tag Dienstag

Der heutige Tag war wieder vollgespickt mit Aktivitäten. Nach dem morgendlichen Bad und dem Fruehstueck ging es zunächst zu den Heiligtumsklippen, Steinformationen an der Kueste, gar nicht weit vom Campingplatz entfernt.

Man läuft also oben an der Steilkueste entlang, hin und wieder hat man tolle Ausblicke auf die Steinformationen und hin und wieder steigt man auch eine Treppe runter und wieder hoch. Und nach einigem Hoch und Runter hat man dann den ganzen Weg abgelaufen und geht wieder zurueck zum Auto. Natuerlich sehen die Klippen interessant aus und es ist ja nie verkehrt sich etwas zu bewegen aber ansonsten fand ich jetzt aber gar nichts so Besonderes dort. Aber wir haben es eben mal gesehen und natuerlich auch ein paar Fotos gemacht:







Danach wollten wir nach Allinge in die Touristinfo um mal wegen Angelkarte fuer den Angelteich zu fragen, welchen meine Mum und ich beim Wandern gesehen haben. Zunächst war es aber Zeit fuers Mittagessen, welches wir in der Räucherei zu uns nahmen. Sven ass vom Buffet, fuer mich gab es ein Brot mit gräuchertem Aal und die Kinder waren gluecklich das man ausser Fisch auch Chicken Nuggets bekommen konnte.

Danach war wieder Aufteilen angesagt, während ich mich mit meinem Vater auf die Suche nach der Touristinfo machten, fuhr Sven schonmal mit meiner Mum und den Kindern zum Strand.

Die Touristinfo war recht schnell gefunden, die Angelkarte zunächst ein Problem, der Besitzer hatte nämlich dieses Jahr noch keine Angelkarten vorbeigebracht. Aber man fand dann doch eine Lösung, nämlich die Karte im Internet zu erwerben und ausgestatt mit der Angelkarte fuhren auch wir zum Strand um Sven dort aufzusammeln und angeln zu gehen.

Der Angelteich erwies sich als ziemlicher Bluff, vielleicht kann man es auch aufs Wetter schieben jedenfalls biss auf Spinner gar nichts. Auch nicht auf meinen Mais. Und dabei sollte es ja angeblich Karpfen und Hechte und Barsche und alles Mögliche dort geben. Das Einzige was zumindest einen kleinen Erfolg brachte war als mein Vater einen Wurm gesucht hat. Da biss es tatsächlich, zunächst ein Minibarsch und dann noch zwei Rotaugen ueber die mein Vater meinte, sie hätten eine ganz ordentliche Grösse fuer Rotaugen. Ich kann das nicht beurteilen mit dieser Fischart kenne ich mich nun gar nicht aus.

Mein Vater lief dann zum Strand zu meiner Mum und den Jungs während Sven und ich unser Glueck nochmal an einem Steg versuchten (wieder ohne auch nur einen Biss).Nebenan angelten zwei Kinder mit Wurm und holten einen kleinen Barsch nach dem anderen raus. Fuer die Kinder natuerlich ein Riessenspass und so behielten wir es trotzdem im Hinterkopf um eventuell mit unseren Jungs nochmal dorthin zu fahren, Kinder angeln ja in Dänemark kostenlos.

Als wir dann keine Lust mehr hatten fuhren auch wir zum Strand und holten unsere Kinder ab. Dann sind wir nochmal in den Hafen von Allinge gefahren, haben lecker Eis gegessen, sind etwas bummeln gewesen und haben uns bei einem Schweizer Bäcker leckere Gebäckteilchen gekauft.

Damit war der Tag aber noch nicht zu Ende. Am Abend fuhren wir ins Mittelalterzentrum wo gerade im Rahmen der Mittelalterwoche Feuernächte veranstaltet wurden. Beginn war 18 Uhr, Ende war fuer 24 Uhr angegeben also fuhren wir erst 20 Uhr dorthin damit es nicht zu lange wird, denn bis zum Schluss wollten wir schon bleiben denn dann sollte es Feuerwerk geben.

Dort angekommen schauten wir uns zunächst ersteinmal auf dem Gelände um, besuchten die Mittelalterlichen Zelte, schauten uns einfach alles an was es dort gab.






Auf der Buehne wurde derweil mittelalterliche Musik dargeboten, unter anderem von der deutschen Gruppe Scherbelhaufen. Auch Gaukeleien und Akrobatik wurden dargeboten. Das Ganze war wirklich kurzweilig, jeder Auftritt dauerte im Schnitt nur 15-20 Minuten so das es ständig Abwechslung gab. Als die Dunkelheit dann hereinbrach hab es den Auftritt des Feuerdämonens und der Feuertrolle und ueberall wurde Fackeln angezuendet und einen Feuershow dargeboten.





Und ehe man es sich versah war es 22.50 und das grosse Feuerwerk wurde abgefeuert (24 Uhr war nämlich der absolute Schluss, die Veranstaltung war schon 23 Uhr zu Ende und man hatte dann noch eine Stunden Zeit den geordneten Rueckzug anzutreten, da waren wir aber auch nicht böse drueber).

Das Feuerwerk hat mich wirklich ueberrascht. Diese Feuernächte fanden ja an 3 Tagen statt und ich persönlich rechnete da eher mit einem kleinen Feuerwerk aber das war es ganz und gar nicht. Es war ein richtig tolles Feuerwerk welches so manches Silvesterfeuerwerk in den Schatten stellte.

6. Tag Mittwoch

Heute sollte laut Wettervorhersage der wärmste Tag unseres Urlaubs werden was lag da näher als einen richtigen Strandtag einzulegen. Da der Nordstrand vorwiegend aus Steinen besteht ging unsere Fahrt dieses mal Richtung Suedosten, nach Dueodde an den Sandstrand.

Wir haben gerade noch so eine Parkluecke ergattert und sind durch eine tolle Duenenlandschaft zum feinweissen Strand gelaufen. Trotz der vielen Menschen ging das Gedränge noch, man war zwar nicht alleine aber ich meine an der deutschen Ostseekueste hat man seinen Nachbarn näher bei sich als hier. Mir persönlich ist das Wasser ja nahezu generell immer zu kalt zum Baden und so begnuegte ich mich zunächst mit Sonnenbaden während die Kinder und auch Sven und meine Mum im Wasser tobten.




Selbst wenn nach nicht allzulanger Zeit dicke Wolken aufzogen hatte doch die Sonne eine solche Kraft das ich mir in der kurzen Zeit einen kräftigen Sonnenbrand zuzog. Aber das merkt man ja meist erst am Abend. Bevor wir uns auf den Rueckweg machten nahm auch ich mir ein Herz und ging kurz mit baden.

Zurueck im Ferienhaus merkte man dann natuerlich den Sonnenbrand erst so richtig. Die Jungs waren dann nochmal im Pool baden und ich versorgte meine Haut mit reichtlich After-Sun-Lotion.

7. Tag Donnerstag

Auch heute zogen Sven, ich und die Jungs zunächst alleine los. Meine Eltern wollten am Vormittag schon zusammenpacken und Zelt zusammenbauen und wir machten nochmal einen Roadtrip.

Zunächst fuhren wir zu einem Krämermarkt, angepriesen mit Händlern von Nah und Fern. Hm, na entweder wir hatten falsche Vorstellungen von einem Krämermarkt oder die Dänen wussten nicht was das ist auf jeden Fall entpuppte sich der Markt schlicht und ergreifend als Flohmarkt. Das war ja nun nicht so unser Ding, einzig es gab auch ein Käseauto wo ich etwas kaufte, Schafskäse, Bierkäse und geräucherten Käse.

Wir versuchten dann in der Touristinfo Geld zu tauschen, wir hatten das in Nexö gesehen das dies möglich ist, man verneinte unsere Anfrage jedoch mit dem Hinweis dies gänge nur in Nexö oder Ronne. Ok, wieder was gelernt, also blieb doch wieder nur der Automat.

Weiter ging es zu einem Wikingerhof dessen Betreiber sehr fuer seine Messer bekannt sein soll. Er hatte auch tolle Messer, jedoch waren diese uns einfach zu teuer nur als Schmuckstueck denn zum Benutzen sind sie echt zu schade.

Auf dem Hof kann man auch einiges machten, Hufeisen werfen, mit Holzschwert und Schild kämpfen, Brettspiele machen und Armbänder mit eigenem Namen drauf herstellen.




Wir probierten nahezu alles aus. Auch wollten die Kinder unbedingt eine Halskette kaufen und wir kauften uns eine Flasche Met.

Dann ging die Fahrt weiter nach Åkirkeby, unterwegs kauften wir uns an einem der zahlreichen Strassenverkaufsstände Honig. Wir gingen einkaufen, die Jungs wollten wieder Salat, den wir dann am gleichen Parkplatz zu uns nahmen wie letztes Mal.

Danach ging es weiter zum Verteidigungsmuseum in Ronne. Hier sollten Schwarzpulverwaffen abgeschossen werden. Das Museum war so......naja, mein Ding ist es eh nicht so und Sven meinte es wären viele Fehler in den Beschreibungen (also nicht Rechtschreibfehler sondern inhaltliche). Und ich fand es gab dort auch nicht so viel Besonderes zu sehen. Die Schwarzpulverwaffenvorfuehrung fanden wir auch nicht, auf Nachfrage sagte man uns diese sei schon vorbei fuer heute, wir hatten sie um eine halbe Stunde verpasst.




Unser nächster Anlaufspunkt war dann Hasle wo wir uns den Hafen anschauen wollten und ueberhaupt waren wir hier noch nicht. Auch wurden hier Kanal- und Hafenrundfahrten beworben.

Die Rundfahrten fanden wir nicht und selbst wenn, der Hafen ist so klein, da braucht man keine Rundfahrt. Aber wir assen in einem Strandcafe ein lecker Eis bevor wir uns auf den Weg zurueck zum Ferienhaus machten.

Den Nachmittag verbrachten die Kinder dann noch mit meinen Eltern, gingen im Pool baden, ans Meer Steine suchen und spazieren, denn am Abend hiess es Abschied nehmen da meine Eltern am nächsten frueh beizeiten los mussten zur Fähre heim.

Vorletzter Tag Freitag

Fuer heute war so etwas wie ein Ruhetag angesagt. Erstmal ausschlafen und dann einfach mal alle fuenfe grade sein lassen, bisschen im Pool baden, ein Buch lesen, den Sonnenbrand pflegen.

Am Nachmittag sind wir dann aber trotzdem nochmal los, in Allinge war Rummel und wir hatten noch ein paar Kronen uebrig.

Der Rummelbesuch war dann aber auch nur fuer die Kinder lustig uns war es einfach zu warm in der prallen Sonne. Und ich machte auch noch den Fehler und fuhr mit den Kindern Karussel. Man wird eben nicht juenger, in einem Karusell wurde man so oft und schnell herumgewirbelt das mir einfach nur noch schwindlig und uebel war. Die Jungs probierten dann noch sämtliche Buden aus von der Losbude ueber die Schiessbude bis hin zum Enten angeln und Geschenke angeln.

Danach sind wir nochmal zum Angelteich gefahren, mein Vater hatte noch ein paar Wuermer dagelassen und die Jungs wollten gerne mal angeln.

Sie fingen auch den ein oder anderen kleinen Barsch aber mehr war nicht drin. Obwohl wir recht grosse Fische sahen, ich meine es waren Schleien, ca. 40cm gross, aber die waren nicht in Beisslaune. Den Kindern hat es trotzdem Spass gemacht und das ist ja die Hauptsache.

Am Abend waren Sven und ich dann noch ein Stueck an der Kueste spazieren und die Aussicht geniessen während die Kinder ein letztes Mal mit ihren Kumpels auf dem Spielplatz waren, denn morgen war Heimreise angesagt.




Letzter Tag, Samstag

ein langer Tag stand uns bevor, die Fähre ging erst 22.30 und bis dahin mussten wir uns noch die Zeit vertreiben, ohne Dach ueberm Kopf denn das Ferienhaus mussten wir bis 11 Uhr verlassen.

Die Sonne brannte wieder erbarmungslos vom Himmel. So sehr uns der Wind an den ersten Tagen störte so sehr wuenschte man ihn sich jetzt herbei.

Wir begannen den Tag in gemächlichem Tempo, nach dem Fruehstueck gingen wir das letzte mal im Pool baden, diesmal war sogar ich mit von der Partie.

Danach haben wir gepackt, die Huette sauber gemacht und dann ausgecheckt.

Dann sind wir zunächst nach Svaneke gefahren. Dort war Wochenmarkt oder so etwas ähnliches. Ein kleiner gemuetlicher Touristenort mit engen Gassen und kleinen Häuschen, aber eben auch mit jeder Menge Touristen. Wir besuchten den Wochenmarkt, die Schokoladenfabrik, einen Wikingerladen und zum Schluss genossen wir in der Eismeierei ein hausgemachtes Eis. Dann gingen wir noch beim Hafen schauen, dort gibt es auch noch allerlei kleiner Lädchen und dann sind wir weitergezogen.

Die Fahrt ging weiter nach Nexö. Dort haben wir erstmal getankt, Leergut weggebracht, noch ein paar Kleinigkeiten eingekauft und an einem Imbisstand zu Mittag gegessen.

Der Stand war echt ein Erlebnis. Betrieben von vermutlich Mutter und Sohn und beide absolut unkoordiniert, hier herrschte Chaos. Ein Wunder das sie sich nicht gegenseitig ueber den Haufen gerannt haben in der kleinen Bude. Keinen Ueberblick wer schon bezahlt hat und wer nicht und auch nicht wer nun eigentlich was bestellt hat. Ich bestelle ja gerne ohne Zwiebel, als man zum 4. mal fragte wer ohne Zwiebel bestellt hat meinte Sven nur: „Wenn er nochmal fragt geht ich da rein und mache es selber“. Zum Glueck fragte er nicht nochmal. Aber so sehr auch das Durcheinander herrschte, das Essen war wirklich lecker. Wer also mal was erleben will, der Imbissstand in Nexö beim Netto ist einen Besuch wert.

Frisch gestärkt ging es weiter. Nun wollten wir uns einen Strand suchen wo wir den restlichen Tag verbringen konnten. Zunächst fuhren wir nach Arnager, dort waren wir noch gar nicht. Das kleine Örtchen war aber so ueberlaufen das man nichteinmal mehr einen Parkplatz fand so das wir es als: „Wir waren mal hier“ abhakten und weiterfuhren, zurueck auf einen Parkplatz in Wassernähe. Da hier der Wald laut Karte fast bis ans Wasser ging erhoffte ich mir eine Möglichkeit sich im Schatten niederzulassen.

Hier gab es einen gemischten Strand, sprich es gab sowohl Sand als auch Steine, nur Schatten gab es nicht. Hier machten wir es uns gemuetlich, die Jungs und Sven badeten während ich an Land blieb. Mein Sonnenbrand war noch zu heftig um ihn schon wieder der Sonne auszusetzen. Und im Uebrigen ist mir das Wasser ja generell zu kalt.

Bei einem Spaziergang am Strand entlang entdeckten wir die Wohnungen von hunderten Schwalben






Irgendwann hielten wir es dann aber doch in der prallen Sonne nicht mehr aus. Wir packten unsere 7 Sachen und gingen zurueck zum Auto. Und nun? Noch 4,5 Stunden bis wir zum Hafen wollten. Wir ueberlegten erst ob wir uns unter einen Baum beim Auto legen sollten aber irgendwie war das dann auch keine gangbare Möglichkeit. Also beschlossen wir, einfach noch zu einem weiteren Strand zu fahren, die Zeit vergeht beim Autofahren eh am schnellsten.

Also suchten wir einen weiteren Strand auch der gar nicht so weit entfernt von dem Strand war, an dem wir mit meinen Eltern waren.

Und hier fanden wir nahezu perfekte Bedingungen, reinster, feinster Sandstrand, unendlich flaches Wasser so das die Kinder sich austoben konnten ohne gleich zu ertrinken, Parkplatz direkt am Strand und die Sonne war dank der fortgeschritten Tageszeit schon so weit gesunken das sie hinter den Bäumen war und somit hatten wir sogar Schatten.







Unterwegs hatten wir an einem der zahlreichen Stände am Strassenrand Kirschen gekauft, die liessen wir uns natuerlich schmecken und später dann auch Abendbrot, wir hatten schliesslich genug Reste uebrig.




Die Idee, sich an den Strand zu legen und vielleicht ein bisschen zu schlafen klang theoretisch gut, war praktisch aber nicht umsetzbar, soviel innere Ruhe hat man dann doch nicht.

Gegen 21 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zur Fähre. Einchecken lief problemlos. Die Fähre hatte zwar etwas Verspätung war aber alles noch im Rahmen.

Tja, und so setzten wir nach Schweden ueber wo wir kurz nach Mitternacht ankamen und die laaange Rueckfahrt begannen. Einzelheiten erspare ich euch an dieser Stelle, zumal wir nichtmal grossartig Pausen gemacht haben. Lediglich zwei Unfälle sahen wir was aber nur zu einem kurzen Stau fuehrte.Gegen 19 Uhr waren wir endlich zu Hause, total muede und kaputt aber immerhin, zu Hause.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Freitag, 29. Juli 2016

Etwas Geduld
Von filainu, 12:06

Wir sind nun schon seit ein paar Tagen wieder aus Bornholm zurueck aber ich muss euch noch um etwas Geduld bitten mit dem Bericht, es gibt und gab so viel zu tun das ich jeden Tag nur ein bisschen schreiben kann.

Ansonsten ist auch hier der Sommer ausgebrochen, gestern waren wir sogar baden. Und heute gehen wir zu einem 80. Geburtstag, das wird lustig. Der Mann weiss noch nichts von seinem Glueck und das halbe Dorf läuft dort auf, jeder bringt was zu Essen mit und sogar Tische und ein Grill wird dorthingefrachtet, damit es auch ja keine Ausreden gibt. Was mich nur etwas wundert, aber hier scheint das gar nicht so unueblich zu sein, der Mann hat eigentlich erst am 7. August Geburtstag, wir feiern als schonmal vor.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Mittwoch, 13. Juli 2016

Abenteuertour zum Nordkap
Von filainu, 13:03

Innerlich haben wir ja bisher immer die Leute, die sich aus aller Herren Ländern auf den langen Weg zum Nordkap machen, egal ob mit Auto, Traktor, Fahrrad oder Pferdekutsche. Als wir aber neulich ein geeignetes Ziel fuer einen kurzfristigen Roadtrip ueber ein verlängertes Wochenende suchten fiel uns auch nix anderes ein.

Es sollte eine spontane Reise werden, ohne vorher genau zu planen wo es lang geht, ohne die Uebernachtungen zu planen und generell......einfach drauf losfahren und der Rest ergibt sich.

Naja, ganz so ungeplant wurde es zum Schluss dann doch nicht, die erste Uebernachtung habe ich schon vorher gebucht, schliesslich war das der Tag an dem Deutschland das Halbfinale spielte, da muss natuerlich eine Unterkunft mit Fernsehr her. Und auch die zweite Uebernachtung habe ich dann doch vorher gebucht einfach weil ich durch Zufall drauf gestossen war und sie mir einfach gefiel.

Aber der Reihe nach. Donnerstag Nachmittag machten wir uns also auf den Weg. Die erste Zwischenuebernachtung sollte in Kilpisjärvi sein. Da es in letzter Zeit sehr viel geregnet hatte, entschlossen wir uns, nicht irgendwelche Waldwege zu fahren sondern die bereits bekannte Strecke ueber Jokkmokk, Porjus, Gällivare, Vittangi, Karesuando. Diese Strecke kannten wir wie bereits erwähnt schon und so war fuer diesen Tag nicht der Weg sondern das Ziel das Ziel, zumal auch das Wetter nicht viel hermachte, sprich es regnete. Allerdings gab es zwischen Jokkmokk und Porjus eine Baustelle, die uns unsere Wegwahl bereuen liess. Dagegen sind die Waldwege Luxus. Solche Löcher und ausweichen konnte man auch kaum da einfach alles voll davon war. Wir und das Auto wurden odentlich durchgeschuettelt.

In Gällivare machten wir noch einen Stopp um zu tanken und ein paar Lebensmittel einzukaufen. Ansonsten verlief die Tour recht eintönig und ohne nennenswerte Ereignisse.

Kurz vor der finnischen Grenze fiel mir dann auf das ich genau das vergessen hatte was fuer einen Roadtrip das Allerwichtigste ist: den Autoatlas.

Gegen 20 Uhr kamen wir dann in Kilpisjärvi an und holten den Schluessel zu unserem Quartier.

Abendteuer 1. Uebernachtung

Gebucht hatte ich ein Doppelzimmer mit gemeinsamen Badezimmer und Sauna. In der Rezeption wurde uns dann erklärt wie wir zu dem Haus kommen und fuhren da hin. Ich war wirklich beeindruckt von der Grösse des Hauses, konnte gar nicht glauben das dies wirklich das gebuchte sein sollte. War es auch nicht, der Schluessel passte nicht. Peinlich, zum Glueck war niemand zu Hause.

Also zurueck zur Rezeption, sie kuckte ganz erstaunt als ich sagte der Schluessel passt nicht. Nach einer Beratung mit einem Kollegen kam sie dann drauf das sie uns das falsche Haus beschrieben hatte. Unseres war das Nachbarhaus. Also wieder zurueck und nun passte auch der Schluessel.


Unser Zimmer war recht klein aber ganz passabel aber irgendwie war das Haus eher ein Ferienhaus fuer eine Familie und hier hatte man einfach 3 Doppelzimmer draus gemacht die sich 1 Toilette undf eine Kueche und einen Esstisch (mit 4 Stuehlen) teilen mussten. Und selbstverständlich befanden sich Dusche und Sauna im gleichen Raum wie die Toilette.

Naja, was solls, wir machen das Beste draus. Das Beste hatten wir uns auch von dem Deutschlandspiel erhofft- naja ihr kennt ja alle das Ergebnis.

Am nächsten Morgen wollte ich dann auch Toilette und dachte mich trifft der Schlag. Mein Vorgänger hatte im Stehen gepinkelt und nicht getroffen, die Toilette und der Fussboden waren voll. Na super.......so stellt man sich den Start in den Tag nicht vor aber so ist das eben mit geteiltem Badezimmer. Wir hielten uns auch gar nicht lange auf, unser Fruehstueck wollten wir etwas später in Norwegen am Fjord einnehmen.

Los ging es also Richtung Norwegen.

Nach ca. 1 Stunde Fahrt erreichten wir den Fjord und suchten uns ein schönes Plätzchen zum Fruehstuecken, wir kannten auch diese Strecke schon von frueher.



Da es mit 9 Grad doch recht frisch war und noch dazu ein kalter Wind ging hielten wir uns auch nicht allzulange auf sondern machten uns auf den weiteren Weg. Das Wetter war so lala, sollte es uebrigens die ganze Fahrt ueber so bleiben, grau, Regen..... erwartet euch also keine Bilder bei Sonnenschein.

Wir waren noch gar nicht lange weitergefahren als wir plötzlich einen riessen Vogel sahen der sich gerade daran machte, am Strand zu landen. Es war ein Weisskopfseeadler und am Strand sass noch ein zweiter. Das war schon beeindruckend, diese Tiere sieht man nicht alle Tage.

Irgendwann kamen wir dann durch eine Stadt, ich weiss nichtmal mehr wie diese hiess. Dort wollte ich erstmal eine Landkarte kaufen. Also ab zur Tankstelle. Dort meinte man nur das man keine Landkarten mehr verkaufe, gab mir aber noch den Tip wir könnten es doch im Buchladen versuchen. Der Vorteil wenn man schwedisch kann ist ja das man auch die Norweger versteht.

Also ab zum Buchladen und eine Karte fuer Norwegen gekauft und natuerlich auch eine fuer Finnland. Nun waren wir endlich komplett ausgeruestet und die Fahrt konnte weitergehen.




Unterwegs sahen wir haufenweise Rentiere, Fahrradfahrer die sicherlich das gleiche Ziel hatten wie wir, aber wohl deutlich mehr Zeit und hin und wieder auch samische Verkaufsbuden wo man Reintierfleisch und Felle und all so einen Kram kaufen kann.


Auch kamen wir an mehreren Tunnelbauprojekten vorbei wo man Tunnel durch die Berge baute. Schade, dadurch kuerzt man zwar einige Kilometer in Zukunft ab hat aber auch nicht mehr die tolle Aussicht aufs Meer.


Irgendwann ein Schild was zum Tirpitzmuseum fuehrte. Kurzentschlossen folgten wir diesem und statteten dem Museum einen Besuch ab.




Danach ging es weiter nach Alta, die vermutlich nördlichste Grosstadt von Norwegen.


Eigentlich wollten wir hier etwas zum Mittag essen aber man hatte es mal wieder geschafft die Hauptstrasse so zu bauen das man zwar durch die Stadt fährt aber irgendwie nix von der Stadt mitbekommt und ehe man es sich versah war man auch schon wieder raus aus der Stadt.

Es folgten unzählige Kilometer durch die tollste Natur.









Und das ganze zusammen mit anderen Touristen die wohl das gleiche Ziel hatten wie wir und rentierverrueckt. Die bleiben mitten in einer Kurve, noch dazu am Berg mitten auf der Strasse stehen nur um Rentiere zu fotografieren. Und dabei gibt es da oben so viele bzw. hätten sie ja wenigstens mal an den Rand fahren können. Neben all den Rentieren gibt es aber etwas was wir hier in Schweden nicht haben:


Und tatsächlich sieht man hier und da freilaufende Schafe:


Unser nächstes festes Ziel war Honningsvåg. Dort gab es Ausflugsveranstalter und wir wollten mal schauen ob da irgendwas fuer uns dabei war.

In Honningsvåg angekommen mal wieder das typische, keinerlei Werbung oder Ausschilderung zu den Veranstaltern. Ehe wir da jetzt noch ewig weiter rumsuchen, fuhren wir einfach weiter zur Unterkunft, es sollte eben nicht sein.

Unsere nächste Uebernachtungshuette stand auf dem Campingplatz Kirkeporten, nur 12 km vom Nordkap entfernt. Hier wollte ich eine kurze Wanderung machen zu eben diesem Kirkeport und selbstverständlich wollten wir auch zum Nordkap. Je näher wir dem Campingplatz kamen umso dichter wurde der Nebel.


Trotzdem machten wir uns, nachdem wir unsere Habseligkeiten in der kleinen aber feinen Huette


gelassen hatten auf den Weg zum

Abenteuer Nordkap

Der Eintritt zum Nordkap ist ja 24h gueltig daher beschlossen wir, es am Abend schon einmal zu versuchen. Ja, eigentlich war es ja schon bei der Anfahrt klar das das nix sehenswertes wird aber egal, nun waren wir ja einmal da. Der Nebel so dicht das man keine 50 Meter schauen konnte. Man fährt also in dieser grauen Suppe bis plötzlich die Kassenhäuschen auftauchen wo man den Eintritt bezahlt. Dort fragten wir erstmal wie jetzt weiter, man sah wirklich ueberhaupt nichts. Nach 50 Metern links auf den Parkplatz sollten wir fahren. Gesagt getan, den Parkplatz haben wir gefunden. Orientierung fast unmöglich, man sah kaum die anderen Autos auf dem Parkplatz. Also Auto abgestellt und dann? Ja, wohin, in welche Richtung? Keine Ahnung, einfach dorthin wo die anderen Leute hinlaufen. Und die Richtung stimmte, wir fanden zumindest die Nordkaphalle. Und auch die Kugel fanden wir recht einfach. Auch wenn wir vor hatten, am nächsten Tag noch einmal zurueckzukommen, liessen wir uns vorsorglich schon einmal ablichten.


Wir besuchten auch die Nordkaphalle und arbeiteten schonmal alles ab was man auch bei schlechtem Wetter machen konnte.

Dann fuhren wir wieder zurueck zu unserer Huette. Spontan fuhren wir dann noch weiter ins Dorf Skarsvåg und besiegelten unser Schicksal fuer den nächsten Tag. Wir fanden nämlich einen Veranstalter der Angel- und Königskrabbentouren anbot und einen solchen Ausflug buchten wir fuer den nächsten Tag, das Wetter sollte angeblich besser werden.

Nachdem wir uns dann in der Gemeinschaftskueche ein 5-Minuten-Essen zubereitet und zu uns genommen hatten war es auch schon an der Zeit, ins Bett zu kriechen. Vorher haben wir aber noch einen Blick auf die Karte geworfen um die Rueckreiseroute zu bestimmen. Das war uebrigens auch der einzige moment wo wir die Karten ueberhaupt brauchen aber naja, besser haben als wollen.

Es regnete die ganze Nacht und selbst dann noch als wir aufstanden. Der Nebel war noch dichter als am Tag zu vor. Wir fruehstueckten nicht sehr ueppig, vorsichtshalber, wer weiss was uns bei der Angelausfahrt erwartete. Falls sie ueberhaupt stattfand. Es stand ja, das die Ausfahrten bei schlechtem Wetter nicht stattfinden.

Trotzdem fanden wir uns puenktlich am Treffpunkt ein. Die Fahrt wurde nicht abgesagt. Zu uns gesellten sich noch zwei aus Ungarn und zwei aus Lettland. Uns wurden Overalls und Schwimmwesten zugeteilt



und dann konnte es losgehen.

Das Boot war nicht gerade luxeriös, es gab nur Stehplätze (vielleicht hätte man sich in der Kajuete sogar hinsetzen können aber da kann man ja nicht angeln. Worauf wir uns einliessen wussten wir zu dem Zeitpunkt nicht, man konnte vor lauter Nebel nicht einmal das Meer sehen.

Los ging also unser

Abenteuer Angelausflug mit Königskrabbensafari

Kaum hatten wir den Hafen verlassen, begann der Seegang. Und wie, das Boot schaukelte bedenklich und man hatte seine liebe Not sich irgendwie festzuhalten. Und damit nicht genug, durch den Nebel hatte man auch null Orientierung. Wir fuhren also raus aufs Meer und irgendwann stellte der Kapitän das Boot dann quer zu den Wellen und packte die Angeln aus. Na der war ja lustig. Man konnte sich kaum auf den Beinen halten und sollte dann auch noch angeln? Irgendwie versuchten wir es natuerlich doch, uns blieb ja nix anderes uebrig. Sehr beissfreudig waren die Fische allerdings nicht. Ich muss aber auch sagen, vor lauter Schiffsschaukeln konnte man sich auch gar nicht richtig aufs Angeln konzentrieren. Noch dazu als der Nebel etwas auflockerte und man die hohen Wellen und die Brandung sah auf die wir zutrieben. Wie dem auch sei bildete ich mir irgendwann ein, ein leichtes ziehen an der Angel zu merken. Ich holte also die Angel ein, bei 40 Metern hat man da ganz schön was zu kurbeln. Und siehe da da war tatsächlich ein Fisch dran, ein kleiner Schellfisch. Ansonsten war aber nicht mehr viel los, nur ein Einziger unserer Gesellschaft hatte hin und wieder einen Biss aber die meisten gingen ab bevor er sie an Bord holen konnte.

Das Wetter war auch nicht auf unserer Seite, es goss bisweilen aus Eimern und die Overalls die wir bekommen hatten waren nicht wirklich wasserdicht.

Der Kapitän beschloss also, weiter aufs Meer rauszufahren. Na ein Glueck, noch höhere Wellen und noch weiter weg vom Land. Und da soll man das Ganze dann auch noch geniessen. Mitten in der grauen Suppe und Bergen von Wellen sollten wir es dann noch einmal versuchen. Sven wollte gar keine Angel mehr haben, er kämpfte innerlich gegen die Wellen. Wir anderen versuchten es tapfer weiter und tatsächlich hier gab es zumindest Fische und sie bissen auch. Und so holten wir einen Fisch nach dem anderen hoch, Seehecht, Lumb, Schellfisch und Dorsch. Von meinem grössten Dorsch wollte ich dann ein Foto haben und holte meine Kamera aus der Kajuete. Klingt einfach, war es doch mehr ein taumeln zur Kajuete, Kopf einhauen beim Versuch die Kamera aufzunehmen und zuruecktaumeln. Foto gemacht, Kamera zurueckgetaumelt und dann war mir so schlecht das auch ich nicht mehr angeln konnte sondern nur noch gegen die Uebelkeit ankämpfte.


Gluecklicherweise beschloss der Kapitän dann auch recht bald, wieder zurueckzufahren und komischerweise wurde das Meer während der Rueckfahrt unheimlich ruhig, kaum noch eine Welle war zu sehen. Man erklärte uns dann später es hänge mit den Gezeiten zusammen, als wir losgefahren sind war gerade ein starker Gezeitenstrom und der macht auch die hohen Wellen, während als wir zurueckfuhren die Gezeiten gerade auf halb war. Ich frage mich natuerlich, wenn man dieses Wissen hat, warum man die Touristen gerade dann losschicken muss wenn die See am meisten tobt aber dieses Rätsel bleibt bis heute ungelöst.

Jedenfalls ging es dann noch zu den Krabbenkörben. Schliesslich waren wir ja hauptsächlich wegen den Königskrabben hier.

Wir holten einen Korb hoch und es waren tatsächlich Königskrabben drin.


Allerdings nur kleine Exemplare und nachdem der Kapitän uns mehr ueber die Krabben gelernt hatte wurde der Krob mitsamt den Krabben wieder versenkt. Die Krabben waren zu klein, da ist kaum Fleisch dran, lässt man aber die Kleinen im Korb so locken diese frueher oder später auch die Grossen an, so die Erklärung.

Dann ging es zurueck zum Hafen wo wir uns ersteinmal unseren Overalls entledigen konnten und uns trockene Klamotten anziehen konnten. Ein Vorteil eines Roadtrips, man hat seinen Kleiderschrank ja immer dabei.

Dann wurde uns der Fisch den wir gefangen haben bzw. ein Teil davon frisch zubereitet. Das schmeckte natuerlich sehr lecker und ist nicht zu verleichen mit dem Tiefkuehlzeugs was man so zu kaufen bekommt.

Danach durften wir noch zu den Königskrabben welche sie dort in einem Wassertank haben damit Touristen wie wir sie mal anschauen können und mal halten können.







Und nach diesem Programmpunkt machten wir uns dann auf die Rueckreise. Die Wanderung zum Kirkeporten fiel wegen Wetters ebenso aus wie ein erneuter Versuch das Nordkap Nebelfrei zu sehen. Aber wir werden wiederkommen, dann mit unseren Jungs und mehr Zeit im Gepäck.

Wir wollten versuchen, heute bis ungefähr Inari zu kommen. Hatte ich schon erwähnt das das Wetter uns nicht wohlgesonnen war? Und so wurde es eine etwas eintönige Rueckfahrt unterbrochen von nur einem Adrenalinkick

Abendteuer tanken

Man muss wissen, die Dieselpreise verhalten sich aus unserer Sicht wie folgt: Finnland billig, Schweden mittelteuer, Norwegen teuer. Wenn man dann also vom teuersten Land ins billigste Land fährt, versucht man natuerlich was? Richtig, nicht im teuren Land sondern im billigen tanken. Das war auch unser Ziel. Wir hatten kurz vor der norwegischen Grenze nochmal vollgetankt und dank der Durchschnittsreisegeschwindigkeit von ca. 70km/h hat man eine unglaubliche Reichweite so das wir die ganze Strecke in Norwegen nicht tanken brauchten. Allerdings war der Diesel doch so zur Neige gegangen das wir gleich an der ersten Tankstelle in Finnland tanken wollten. Also alle Tankstellen in Norwegen links liegen gelassen, nach Finnland............ um festzustellen das da erstmal 100km keine Tankstelle kommt. Nun war guter Rat teuer, laut Anzeige reichte der Sprit noch fuer 80km, laut Navi war die nächste Tankstelle 87 km entfernt.

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie sehr man hofft und bangt, ich meine in der Einöde kommt ja auch nicht gleich jemand mit dem man mitfahren könnte. Und bei einer Reichweite von weniger als 25km zeigt die Tankanzeige dann auch nur noch zwei Striche an. Wir arbeiteten mit allen Spritsparmitteln, schalteten die Klimaanlage aus, rollten die Berge im Leerlauf runter und hielten konstant 2000 Umdrehungen pro Minute. Und wie durch ein Wunder schafften wir es zu der Tankstelle, die eigentlich keine Tankstelle sondern eine von einem Wirtshaus betriebene Zapfsäule war. Und der Preis? 1,49 Euro pro Liter, also teuerer noch als in Norwegen. Ich muss also meine Aussage korrigieren: Finnland: billig, Schweden: mittel, Norwegen: teuer, die erste Tankstelle in Finnland: am allerteuersten. Es half aber nichts wir mussten zumindest ein paar Liter tanken. Und wie zum Hohn war das natuerlich noch eine extrem schnell laufende Zapfsäule so ehe man es sich versah waren schon fast 30 Liter im Tank.

Die nächste bezahlbare Tankstelle kam dann erst in Inari. Wer also mal in der Richtung unterwegs ist, denkt dran immer genug Benzin im Tank zu haben.

In Inari steuerten wir dann den erstbesten, heilwegs ordentlichen Campingplatz an und fragten nach einer Huette. Als ich die Preisliste sah wurde mir kurz schlecht 130 Euro pro Nacht fuer eine Huette aber zum Glueck war der Campingplatz so ziemlich ausgebucht und man hatte nur noch Huetten fuer 50 Euro frei. Eine solche haben wir natuerlich genommen, es war somit sogar die preiswerteste Uebernachtung der ganzen Reise. Aber rein bettentechnisch auch die unbequemste, sehr rueckenunfreundlich.


Gemäss finnischer Zeit war der Abend auch schon recht fortgeschritten und so machten wir uns nur ein notduerftiges Abendbrot, ich ging noch ne Runde ueber den Platz um paar Fotos zu machen


und dann war Schicht im Schacht.

Am nächsten Morgen dann noch schnell duschen, stets drauf achtend sich nicht die Fuesse an den kapputten Fussbodenfliessen aufzuschneiden und dann ging es weiter Richtung Heimat. Die Fahrt verlief problemlos, das einzige Bemerkenswerte war, das gegen Mittag plötzlich die Sonne raus kam. Na das war ja mal ein gelungener Abschluss unserer Reise. Und da ich sonst gar kein Foto vom letzten Tag gehabt hätte, musste Sven in der Mittagspause mal schnell als Modell herhalten.


Bevor wir heim fuhren machten wir noch einen kleinen Umweg ueber Luleå wo wir in den XXL gingen. Sven wollte sich unbedingt noch eine neue Angel kaufen bevor es nach Bornholm geht.

Diese wurde uebrigens gestern noch getestet, hier das Ergebnis:



[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Dienstag, 05. Juli 2016

Fernsehen
Von filainu, 14:36

Nachdem nun schon Zeitungen drarueber berichtet haben darf auch ich nun endlich ueber die Dreharbeiten reden die ueber Ostern hier stattfanden.

Wir hatten nämlich sogar einen echten Schauspieler hier, Wolfgang Stumph hat mit uns gedreht fuer seinen neuen Dokumentarfilm Heimatliebe der auf dem MDR zu sehen sein wird. Sendetermin ist mir noch nicht bekannt aber ich kann euch sagen das es wirklich eine tolle Zeit war und Herr Stumph ist wirklich ein super sympatischer Mensch, auf dem Boden geblieben und absolut proffessionell in seiner Arbeit (sein Team natuerlich auch).

[Kommentare (1) | Kommentar erstellen | Permalink]


Mittwoch, 29. Juni 2016

Wenn einer eine Reise tut......
Von filainu, 09:57

Am Sonntag sollte es endlich fuer unsere Jungs soweit sein, ihre Ferienreise nach Deutschland soltle losgehen.

Ich wollte mit ihnen nach Stockholm fliegen, wo Svens Vater sie uebernehmen sollte um mit ihnen nach Deutschland zu fliegen (bzw. Prag, ist vom Erzgebirge aus besser zu erreichen als Berlin).

Am Samstag wurde also alles vorbereitet, die Fluege nach und nach eingecheckt, die Koffer gepackt, alles vorbereitet. Svens Vater war bereits am Samstag nach Stockholm geflogen um uns dann am Sonntag in Empfang zu nehmen. Die Kinder waren schon ganz aufgeregt.

Abends um 9, die Kinder waren bereits bettfertig und sollten sich gerade schlafen legen, kommt Leif Erik mit meinem Handy (welches ich in der Stube zum laden hatte liegen lassen) und sagt ich hätte eine SMS bekommen das ein Flug gestrichen worden war. Zunächst denkt man böser Scherz. Wir hatten ja schliesslich schon eingecheckt und alles war in Ordnung.

Dann die Homepage von Norwegian geprueft und tatsächlich, der Flug war eingestellt. Man könne wählen zwischen umbuchen oder Geld zurueck. Aha, also nachgeschaut ob es noch einen zeitigeren Flug gab......nein, und die zwei späteren waren auch ausgebucht, also keine Möglichkeit zur Umbuchung. Und Geld zurueck ist ja alles gut und schön aber wir mussten ja trotzdem nach Stockholm. Während ich in der Warteschleife der Hotline von Norwegian hing, pruefte ich alle Alternativen, andere Airlines, andere Flughäfen......keine Chance, Sonntags ist da nicht viel zu machen. Fuer den Zug war es mittlerweile auch zu spät, der braucht nämlich 14 Stunden, es gibt ja da keine direkte Verbindung sondern nur mit paarmal umsteigen.

Während ich weiter in der Warteschleife hing, machten wir uns schonmal zur Abfahrt bereit, denn wenn ich keine Alternative finden konnte ging ich nicht davon aus, das Norwegian eine findet.

Als ich gerade ins Auto einsteigen wollte, nach 45 Minuten Warteschleife, ging dann tatsächlich noch jemand ran. Man sagte ich könne den Flug umbuchen oder Geld zurueck bekommen. Natuerlich stellte man dann das fest was ich auch schon herausgefunden hatte, es gab keinen Flug auf den man umbuchen konnte. Und Geld zurueck.......nunja, wir hatten genug Zeit um uns ueber unsere Rechte zu informieren und wussten das sie so einfach nicht davon kommen. Dies teilte ich der Frau noch mit bevor wir uns mit dem Auto auf den Weg machten. Es nuetzte ja alles nix. Und bevor Svens Vater vielleicht noch tagelang in Stockholm auf uns wartet bis es endlich mal einen Flug fuer uns gibt und dann muss man ja auch noch den Flug nach Prag umbuchen........da nahmen wir lieber die direkte Alternative.

Ja, was soll ich sagen, nach 9,5 Stunden Autofahrt und nur minutenweise Schlaf kamen wir fix und fertig und uebermuedet aber rechtzeitig in Stockholm an. Dort haben wir kurz gefruehstueckt, die Kinder uebergeben, kurz mit Svens Vater gesprochen und dann wartete nur noch die lange Rueckfahrt auf uns, die dauerte dann auch 10,5 Stunden, da tagsueber wirklich deutlich mehr Verkehr ist als nachts. Leider gehören wir beide zu der Sorte Mensch die im Auto so gut wie keinen Schlaf finden so das die Ausfahrt schon sehr belastend war.

Als wir dann am Sonntag abend 19 Uhr wieder zu Hause ankamen waren wir so fertig, wir sind nur noch ins Bett gefallen und auf der Stelle eingeschlafen.

Dieser ausserplanmässige Ausflug brachte dann natuerlich auch den restlichen Ablauf durcheinander, Wir wollten am Sonntag schon anfangen das Haus aufzuräumen und sauber zu machen, denn fuer Dienstag war Hausbesichtigung geplant und da soll das Haus natuerlich mehr als nur sauber sein. Nunja, das mussten wir nun alles am Montag machen plus das man natuerlich auch noch die Firma hat, ihr könnt euch denken, was da wieder fuer ein Stresslevel erreicht wurde.

Der einzige Lichtblick auf der Fahrt nach Stockholm waren die Elche, ganze 3 Stueck haben wir gesehen, zwei Jährlinge, einen zwischen Luleå und Piteå direkt hinterm Wildzaun, einen kurz nach Piteå auf einer Wiese und der dritte, eine ältere Elchkuh sorgte fuer einen Adrenalinkick als sie kurz hinter Örnsköldsvik direkt vor uns mit einer sportlichen Einlage die Strasse ueberquerte, zunächst ueber die Leitplanke, dann ueber die Mittelbegrenzung und dann nochmal auf der anderen Seite ueber die Leitplanke. Was sie allerdings mitten in der Nacht in dem Wohngebiet wollte, in das sie reinlief, das wissen wir auch nicht.

Und die grösste Erkenntnis der Reise war, das es durchaus eine gute Alternative ist, nachts zu fahren, freie Bahn zu haben besonders dort wo es einspurig ist hat jetzt im Sommer in Zeiten der Wohnmobile und Wohnwagen durchaus seine Vorteile. Die die nämlich nachts auf den Parkplätzen stehen um zu schlafen hat man tagsueber dann wieder vor sich.

Demnächst steht ja unsere Reise nach Bornholm an, ich denke da werden wir wohl auch zumindest einen Teil der Fahrt auf die Nacht verlegen.

Ja, gestern dann die Hausbesichtigung, leider ergebnisoffen, da die Leute das Haus fuer ihre Tochter angeschaut haben die in Suedschweden wohnt und erst Ende Juli hierher kommt. Das Haus hat ihnen zwar gefallen aber bevor die Tochter es nicht selber gesehen hat wird da, verständlicherweise, keine Entscheidung getroffen.

Gleichzeitig waren wir mal wieder in Piteå, zum einen auf dem Rathaus um mal anzuklären, wo wir uns ueberhaupt mit der Firma niederlassen duerfen und zum anderen um uns zwei Häuser anzuschauen. Auch hier sind wir jetzt nicht soviel weiter als vorher ausser das wir zwei weitere Häuser als ungeeignet streichen können und nun wissen das wir uns nicht in einem Wohngebiet ansiedeln können da wir dort die Firma nicht betreiben duerfen. Das schränkt natuerlich die Zahl der potentiellen Kanditaten noch mehr ein aber naja, irgendwann läuft uns schon das Richtige ueber den Weg.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Sonntag, 19. Juni 2016

Eine ganz besonders Begegnung
Von filainu, 21:47

Rentiere sind ja hier oben ueberhaupt nichts besonderes. Sie trifft man nahezu ueberall und das auch meist in grösseren Stueckzahlen. Auch Elche hat eigentlich jeder hier schon gesehen, selbst wenn das schon etwas seltener ist aber trotzdem mindestens jeden Winter nahezu eintritt. Was uns aber heute vors Auto und zum Glueck auch die Kamera gelaufen ist, das haben teilweise noch nichtmal Leute gesehen, die hier schon seit 50 Jahren wohnen. Und das alles Dank Zufällen und viel Glueck.

Aber ich fange mal am Anfang an. Eigentlich wollten wir heute ja mal wieder was am Haus machen, am 28. Juni ist erste Hausbesichtigung und da soll alles in Ordnung sein. Leider war das Wetter wie schon die letzten Tage nicht gerade soooo geeignet fuer Aussenarbeiten. Und schon wieder packen hatte ich auch keine Lust. Also irgendwo hinfahren. Aber wohin? Mangels an Alternativen schlug ich spontan vor, nach Piteå zu fahren und schonmal das Haus und die Umgebung dessen zu erkunden welches wir uns am 28.6. anschauen wollen. Ich erwartete eigentlich keine Zustimmung fuer diesen Vorschlag, wegen einem Haus was wir in reichlich einer Woche sowieso sehen extra nach Piteå zu fahren erschien etwas uebertrieben aber da auch Sven nix anderes einfiel, war es beschlossene Sache.

Die nächste Sache beschloss dann Sven. Er wollte unbedingt den Forstweg fahren. Ich mag den ja gar nicht da er von den grossen, schweren Holztransporten benutzt wird und daher oft in nicht so tollem Zustand, ausserdem hatte es geregnte und da wird der Lehm immer so wie Schmierseife. Auch die Kinder wollten dort nicht lang, scheinbar ist der Weg selbst fuer Passagiere nicht der Tollste. Aber Sven wollte ihn eben fahren.

Also machten wir uns auf den Weg und irgendwann nach unzähligen Kilometern durch den Wald sahen wir zwei Tiere auf der Strasse. Ein kurzes Abscannen der Körperform und schon platze es aus mir heraus: Bären. Unglaublich. Da standen Bären auf der Strasse. Es war ja schon immer mal ein Traum von mir hier mal einen Bären zu treffen aber die Chancen dafuer sind ja so gering das man nicht wirklich daran glaubt. Und dann-passiert es plötzlich. Und sie sind auch gar nicht gleich weggelaufen so das ich sogar noch geistesgegenwärtig mein Handy zuecken konnte (zum Glueck sind ja Handys mit Fotofunktion heutzutage Standart, sonst hätten wir diese Situation nie auf Bild festhalten können).

Jedenfalls waren es zwei junge Bären die da auf der Strasse standen. Dann ist einer von Ihnen in den Strassengraben gelaufen aus dem dann noch die Mutter auftauchte. Einfach nur unbeschreiblich. Der eine junge Bär stellte sich dann sogar noch kurz auf die Hinterbeine. Ja, man kann dieses Erlebnis mit Worten gar nicht richtig beschreiben und die vielleicht 30 Sekunden die man sie beobachten konnte fuehlten sich an wie eine Stunde.

Und hier die "Beweisfotos":

Ein Junges ist noch auf der Strasse, aus dem Graben kommt gerade die Mutter hoch




Sie beschliessen, wegzulaufen:



Und gleich sind sie verschwunden, hier habe ich das Bild mal unbearbeitet gelassen damit man sieht wie weit sie ungefähr vom Auto weg waren:



als sie schon im Wald verschwunden waren kam dann auch das andere Junge noch ueber die Strasse gelaufen und schloss sich ihnen an.

Damit war unser aufregender Tag aber noch nicht vorbei.

Heute war nämlich seit langem endlich mal wieder Angelwetter und so fuhren Sven und ich am Abend mit dem Boot raus auf den Fluss zum angeln. Zunächst war alles wie immer, Sven fing zwei Minihechte und ich einen Barsch. Ich wollte den Barsch behalten, Sven fand ihn zu klein, und da er sich im Kescher schon selbst vom Haken befreit hatte wollten wir ihn belohnen und er durfte wieder zurueck in den Fluss. Dann passierte eine Weile nichts bis Sven plötzlich wieder einen Biss hatte. Und was fuer einen. Immer wieder raste die Schnur davon, Sven holte wieder ein und wieder schoss der Hecht davon. Das ging eine ganze Weile so bis der Hecht muede wurde und man ihn das erste Mal in die Nähe des Bootes bringen konnte. Was fuer ein Riese. Ich hatte meine Zweifel ob unser Kescher dafuer reichen wuerde. Naja, er reichte nicht wirklich, als der Hecht dann so muede war das ich ihn keschern konnte passte er nur halb in den Kescher und beim rausheben brach auch noch der Kescherstiel unseres tollen 50 Euro Keschers unter der Last. Trotzdem gelang es mir mit Svens Hilfe, den Hecht ins Boot zu befördern.



Ja und nun? Wie bekommt man denn so ein Tier mal ruhig um den Haken zu entfernen? Ich wurde ja schonmal von nem Babyhecht gebissen, da hat man schon Respekt vor so einem Riesen. Irgendwie bekam ich den Hecht dann zwischen meine Fuesse und hielt ihn mit selbigen fest während Sven den Spinner entfernte. Die Maulsperre die ich fuer solche Vorgänge eigentlich habe war völlig wertlos, das Maul viel zu gross, aber er hatte zum Glueck seitlich gehakt so das man nicht ins Maul reinmusste. Ja, dann war der Hecht also abgehakt und lag im Boot.



Und nun? Der war ja auch ziemlich dick (wohl ein Weibchen). Wie bekommt man den denn jetzt wieder ins Wasser ohne das er einen beisst? Man weiss ja nicht wieviel Energi noch in ihm steckt. Und dann sind sie ja auch so glitschig man bekommt sie ja gar nicht richtig zu fassen mal davon abgesehen das er ja auch ziemlich schwer war. Und wieder in den Kescher rein war auch keine Alternative. Sven war irgendwie etwas handlungsunfähig, er war einfach so fasziniert von diesem Tier, also musste ich ran. Sven bekam die Aufgabe, ein Foto zu machen sobald ich den Fisch in der Hand halte und ich wollte versuchen, ihn ueber Bord zu befördern. Gesagt getan, ich nahm all meinen Mut zusammen, packte den Hecht und hob ihn aus dem Boot. Und das alles so schnell das Sven es nichtmal schaffte auf den Auslöser zu druecken.

Naja, dem Hecht ging es gut, mit einem grossen Abschiedsplatsch schwamm er davon.

Leider hatten wir kein Massband mit aber auf dem Foto sieht man ja ganz gut von wo bis wo im Boot der Hecht reichte und das waren ca. 110cm.

Dann war es wie tot auf dem Fluss, nichts wollte mehr beissen. Als Sven gerade seinen letzten Wurf einholte bevor wir den Standort wechseln wollte, schlug wieder ein Fisch zu. Und es wurde wieder ein langer Kampf, diesmal sogar ein noch längerer. Es dauerte schon eine Ewigkeit bis wir den Fisch ueberhaupt das erste Mal in Sichtweite bekamen, immer wieder verschwand er in der schwärze des Flusses. Es war wieder ein Hecht und wieder so gross. Und das mit einem Kescher an dem nur noch ein Stuemmel von Stiel dran war. Und wo der Fisch ja eh nicht reinpasst.

Also beschloss Sven mal was anderes zu versuchen, wir wollten den Hecht solange drillen bis er richtig muede ist und ihn dann direkt im Wasser am Boot abhaken, denn auch er hatte nur seitlich gehakt und nicht tief geschluckt. Sven uebergab also mir die Angel damit ich den hecht noch etwas drillen kann und meine Guete, mir tut jetzt noch der Arm weh, das war wirklich ein zäher Bursche (vermutlich ein Männchen, er war nicht ganz so dick, dafuer aber stärker). Aber zum Schluss ging Svens Plan auf, als der Hecht nah genug am Boot war und kaum noch Widerstand leistete, ergriff Sven die Schnur und hakte den Hecht blitzschnell ab. So konnte dieser gleich weiterschwimmen ohne erst ins Boot gehieft zu werden.

Die restliche Angelausfahrt blieb dann ergebnislos, aber wir hatten ja schliesslich genug Abenteuer erlebt am heutigen Tag.




[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Nächste Seite »

Kostenloses Blog bei Beeplog.de

Die auf Weblogs sichtbaren Daten und Inhalte stammen von
Privatpersonen. Beepworld ist hierfür nicht verantwortlich.

 


Navigation
 · Startseite

Login / Verwaltung
 · Anmelden!

Kalender
« Oktober, 2016 »
Mo Di Mi Do Fr Sa So
     12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31      

Kategorien
 · Alle Einträge
 · 2012 (0)
 · 2013 (23)
 · 2014 (40)
 · Allgemeines (202)
 · Wanderungen (9)

Links
 · Kostenloses Blog

RSS Feed